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22.06.2017

Von Wüsten zu Wäldern – Hoffnung für Afrika

Die Wüste in Wald zu verwandeln, ist ein alter Menschheitstraum. ForestFinance und die DesertTimber Consulting eG stellen ein Projekt vor, diesen Traum in Ägypten wahr werden zu lassen.

Wo vorher nur öde Wüste war, wachsen jetzt meterhoch grüne Bäume in den Himmel: ein echter Wald mit dem Namen Serapium, eine Oase inmitten trockener Dünenlandschaft. Das funktioniert mit viel Expertenwissen – und Abwässern.

Entgegen landläufiger Meinung ist die Bildung von Wüsten kein natürlicher Prozess. Ein Drittel unserer Landfläche ist heute von Desertifikation, verursacht durch den Menschen, bedroht. Das Video der Good Planet Foundation, der UNCCD (United Nations Convention to Combat Desertification) und der GEF (Global Environment Facility) erklärt, wie Wüsten durch Klimaveränderungen und menschliches Eingreifen in die Natur entstehen (auf Englisch):



Zum Glück ist dieser Prozess in bestimmten Regionen zum Teil umkehrbar. Denn eigentlich ist alles vorhanden: Überreichlich viel Licht - und das ganzjährig -, nährstoffreiches Wasser in Form städtischer Abwässer und brachliegendes Land soweit das Auge reicht. Mit der richtigen Aufforstungstechnik und Pflege wachsen Bäume hier weit schneller als in Europa. Das beweist das bereits seit drei Jahren erfolgreich laufende Pilotprojekt DesertTimber, in dessen Rahmen die Forest Finance Service GmbH gemeinsam mit Experten des Lehrstuhls für Waldbau der Technischen Universität München (TUM) und ägyptischen Wissenschaftlern ausgewählte Baumarten in der ägyptischen Wüste gepflanzt hat, um den Weg für weitere Aufforstungsprojekte in Dürregebieten zu bereiten. Es ist Teil des develoPPP.de-Programms, welches von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Namen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt wird.

Wie Wüsten Wälder werden können

Wassermangel ist in vielen Dürregebieten ein ernsthaftes Hindernis für Wohlstand und Entwicklung. Aber wo immer Menschen leben, entstehen Abwässer: in der Landwirtschaft, durch die Industrie, in Städten. Diesen Umstand macht sich das DesertTimber-Projekt zu Nutzen: Städtische Abwässer werden vorbehandelt und dann zur Bewässerung von Bäumen verwendet. Was die Abwässer als Trinkwasser ungenießbar macht, ist bei der Bewässerung von Pflanzen ein Vorteil: Sie weisen einen hohen Gehalt an primären Pflanzennährstoffen wie Stickstoff und Phosphor auf. So tragen Abwässer zum Umweltschutz bei, anstatt Gewässer und Meere ungeklärt zu verschmutzen. Klärschlämme, die nach der Abwasserbehandlung übrig bleiben, können zur Erzeugung erneuerbarer Energie wie zum Beispiel Biogas und zur Bodenverbesserung genutzt werden.

Eine Videoreportage der Deutschen Welle zeigt, wie das funktioniert


 

Die "Grüne Mauer" von Afrika

Für Afrika könnte das Projekt eine große Chance sein. Der Club of Rome hat darum zusammen mit dem Senat der Wirtschaft eine Denkschrift mit dem Titel "Migration, Nachhaltigkeit und ein Marshall Plan mit Afrika" verfasst und der Bundesregierung darin DesertTimber ans Herz gelegt. Zum Deutsch-afrikanischen Gipfel im Februar 2017 wurde sie der Regierung überreicht. Die Bedeutung des Projektes für Afrika sieht auch Professor Reinhard Mosandl, der dem Lehrstuhl Waldbau der TUM vorsteht: "DesertTimber könnte die Aufgabe zukommen, weitere Beispiele von großflächigen Aufforstungen mit verschiedenen Arten in ariden Gebieten zu schaffen. Damit könnte DesertTimber eine führende Rolle bei der Umsetzung des viel zitierten "Great Green Wall Africa" übernehmen." Die "Grüne Mauer" ist ein Projekt, das bereits im Jahr 2005 von der Afrikanischen Union zur Bekämpfung der fortschreitenden Desertifikation beschlossen wurde. Mindestens 15 Kilometer breit und fast 8.000 Kilometer lang soll diese lebende Barriere aus Bäumen und Sträuchern von der Westküste bis zur Ostküste Afrikas reichen.

Vor dem Hintergrund, dass aride, also sehr trockene Regionen, fast ein Drittel der gesamten Landoberfläche unserer Erde ausmachen, ist das ein Unterfangen, das enorme Auswirkungen auf den ganzen Kontinent, wenn nicht darüber hinaus haben könnte.

Die Welt mit Bäumen retten

DesertTimber und daraus folgende Projekte könnten zu einem entwicklungspolitischen Meilenstein in der Geschichte des Kontinents werden, der nicht nur die Desertifikation eindämmen, sondern sogar zu häufigeren Regenfällen und einem Anstieg des Grundwasserspiegels führen könnte. Ganz nebenbei entziehen die Bäume beim Wachsen der Atmosphäre Kohlendioxid und tragen so zum Klimaschutz bei, produzieren Holz, das sonst teuer importiert werden müsste, und sichern sowohl den Schutz der Siedlungen als auch der landwirtschaftlichen Anbauflächen vor Wind und Sand. So entstehen neue Perspektiven für die lokale Bevölkerung durch neue Arbeitsplätze, aber auch durch die Verbesserung ihres Lebensstandards. Denn auch der Alltag in den Wüstenstädten wird durch die Aufforstung angenehmer: Sowohl der lokale Kühlungseffekt der Bäume als auch ihre luftreinigende Wirkung hat einen unmittelbar spürbaren Effekt auf das Mikroklima in den heißen Metropolen.

DesertTimber ist ein Projekt der Forest Finance Service GmbH. Die DesertTimber Consulting eG bündelt das Expertenwissen unserer Mitarbeiter, der ForestFinest Consulting, das der Technischen Universität München und ägyptischer Wissenschaftler. Mehr über DesertTimber erfahren Sie auf www.deserttimber.com.

Weitere Artikel finden Sie unter blog.forestfinance.de

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Quelle   Forest Finance Service GmbH 2017

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