Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

05.04.2018

Bei zwei Grad ist die Arktis regelmäßig eisfrei

Auch wenn die Erhitzung der Erde auf zwei Grad begrenzt werden kann, wird die Arktis künftig eisfrei sein.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität von Colorado in Boulder, die Anfang der Woche im Fachmagazin Nature Climate Change erschienen ist. Den Ergebnissen zufolge wird die Arktis im Jahr 2100 alle vier Jahre in den Sommermonaten eisfrei sein und dann eine Eisfläche von weniger als einer Million Quadratkilometern haben.

Aufgrund des Klimawandels ist das arktische Meereis bereits massiv geschrumpft. Jedoch war bislang unklar, welche Unterschiede sich aus unterschiedlich starken Temperaturenanstiegen ergeben werden. Wenn es der Menschheit allerdings gelingt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, würde die Wahrscheinlichkeit eines eisfreien Sommers laut Studie um 70 Prozent abnehmen. Dann wäre der Arktische Ozean nur etwa alle 40 Jahre im Sommer eisfrei.

Klimaforscherin und Studienautorin Alexandra Jahn hatte nicht erwartet, dass ein halbes Grad einen so großen Unterschied machen würde. "Bei 1,5 Grad bleiben wir die Hälfte der Zeit innerhalb unseres derzeitigen Sommer-Meereis-Regimes, während bei einer Erwärmung von zwei Grad die sommerliche Meereisfläche dauerhaft unter dem liegt, was wir in den letzten Jahrzehnten erlebt haben", sagte Jahn.

Im Sommer 2017 schrumpfte das Meereis in der Arktis auf 4,7 Millionen Quadratkilometer. Der Eisverlust war massiv, aber noch nicht so umfassend wie 2012. In diesem Jahr erreichte der Eisverlust einen Rekord mit nicht einmal 3,4 Millionen Quadratkilometern Meereisfläche. Zudem verliert das arktische Meereis nicht nur an Fläche, sondern auch an Dicke – was das Eis schneller brechen lässt. Eine Studie im Auftrag des Arktischen Rates geht sogar davon aus, dass die Arktis schon ab 2030 in den Sommermonaten eisfrei sein könnte. 

Im Dezember 2015 hatte die internationale Staatengemeinschaft in Paris beschlossen, dass die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber den vorindustriellen Werten begrenzt werden soll. Die kleinen Inselstaaten hatten für die Aufnahme des 1,5-Grad-Ziels in das Pariser Klimaabkommen gekämpft und dafür Unterstützung von der EU und vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama erhalten. Derzeit untersucht das klimawissenschaftliche Gremium der Vereinten Nationen, der IPCC, wie die 1,5 Grad noch eingehalten werden können. Die Chancen dafür sind allerdings gering.

Zurück zur Übersicht

Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (kir) 2018 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden!     

Das könnte sie auch interessieren