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12.07.2018

Chinesischer Batteriehersteller erobert deutschen Markt

Europäische Unternehmen verlieren bei der Entwicklung von Batteriezellen für Elektroautos immer mehr den Anschluss.

Schon jetzt gilt Contemporary Amperex Technology Co (CATL) als der größte Batterieproduzent in China. Bisher hat das erst 2011 gegründete Unternehmen allerdings vorrangig die heimischen Autobauer mit Akkus beliefert. Doch das soll sich nun ändern. Dafür will CATL bis 2022 stolze 240 Millionen Euro in den Aufbau einer Batteriezellenfabrik in Thüringen investieren und mindestens 600 Arbeitsplätze schaffen. Durch das Werk will der chinesische Konzern dann auch die europäische Autoindustrie mit Stromspeichern versorgen können.

Unterzeichnet wurde der Vertrag für das Großprojekt am Rande der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin. Gleichzeitig ist dabei bekannt geworden, dass CATL auch schon einen ersten milliardenschweren Großauftrag bekommen hat. BMW will aus dem Werk ab dem Jahr 2021 Batteriezellen für sein rein elektrisches und weitgehend autonom fahrendes Modell iNext beziehen. Aber auch andere Autobauer, die im Bereich der Elektromobilität tätig sind, könnten zukünftig wichtige Kunden werden.

Transport von Batteriezellen kostenintensiv
Deshalb ist es durchaus sinnvoll, dass CATL nun auch einen Standort in Deutschland aufbauen möchte. Durch die Lage der Batteriefabrik können die beschwerlichen und kostenintensiven Lieferwege verkürzt werden. Schließlich gilt der Transport der schweren und als brandgefährlich eingestuften E-Auto-Batterien nicht ohne Grund als schwierig. Lithium-Ionen-Batterien sind im internationalen Transportrecht als „Gefahrgut“ eingestuft.

Die Zusammenarbeit zwischen BMW und CATL begann bereits im Jahr 2011, als das chinesische Unternehmen noch ein kleines und junges Start-Up war. Es ist daher umso verblüffender, dass daraus inzwischen einer der weltgrößten Hersteller von Batteriezellen für Elektroautos entstanden ist.

Batterieproduzenten erhalten massive Förderungen
Doch diese eindrucksvolle Entwicklung ist alles andere als ein Zufall. Generell werden Batteriehersteller in China massiv vom Staat gefördert. So erhalten sie nicht nur direkte Subventionen von ihrer eigenen Regierung, sondern zusätzlich auch eine indirekte Unterstützung durch Regierungskonsultationen – wie nun gerade auch wieder mit Deutschland durchgeführt. Schnell werden bei einem solchen Treffen gleich mehrere Milliardendeals unterzeichnet.

Dabei wird oft kritisiert, dass derartige Verträge gleichzeitig mit einem Wissenstransfer von Deutschland nach China einhergehen. Doch diesmal ist es genau umgekehrt. Schließlich ist es jetzt das chinesische Unternehmen, das seine Expertise nutzt, um im Ausland einen Standort aufzubauen.

Schub für Elektromobilität in Deutschland?
Experten gehen deshalb davon aus, dass die Batteriefabrik der Elektromobilität in Deutschland durchaus einen Schub geben könnte. Schließlich ist die Nachfrage nach Batteriezellen hierzulande inzwischen so groß, dass die Produzenten aus Asien mit der Herstellung der entsprechenden Vorprodukte schon gar nicht mehr hinterherkommen. Dadurch kommt es vermehrt zu Lieferengpässen.

Daher ist es sehr erfreulich, dass CATL in dem Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ nicht nur die reine Fertigung von Batteriezellen plant, sondern eine eigenständige Firma mit einer Forschungs- und Entwicklungseinrichtung sowie einer eigener Logistik. Die Batterien werden zukünftig dann automatisiert produziert. Die Kapazität der Fertigung soll etwa 14 Gigawattstunden betragen.

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Quelle   NATURSTROM AG | 2018

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