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30.01.2018

Mikrowellen: für das Klima so schädlich wie Autos

Mikrowellengeräte heizen der Umwelt ganz schön ein. Schuld daran ist auch die Wegwerfkultur.

Den grössten Teil ihres Lebens tun sie nichts. Nur gelegentlich werden sie für einige wenige Minuten aktiviert, die mit dem charakteristischen «Ping» enden. Dennoch sind Mikrowellen so klimaschädlich wie Autos, rechnet eine Studie der Universität Manchester vor.

19 Mikrowellen-Geräte produzieren im Jahr so viel Kohlendioxid (CO2) wie ein Auto im gleichen Zeitraum. Der grösste Teil davon sind CO2-Äquivalente aus Strom, obwohl eine Mikrowelle meist auf Standby läuft. Das deshalb, weil Strom in Europa noch immer mehrheitlich aus Kohle, Öl und Gas gewonnen wird.

573 Kilowattstunden Strom frisst der kleine Ofen während seines durchschnittlich acht Jahre langen Lebens, das haben die Forscher in der ersten umfassenden Studie über Mikrowellen ausgerechnet. Die mehr als 130 Millionen Mikrowellen-Geräte in der EU benötigen pro Jahr 9,4 Terrawattstunden und produzieren dabei 7,7 Millionen Tonnen CO2. So viel, wie 6,8 Millionen Autos während eines Jahres produzieren.

Forscher: «Mikrowellen effizienter verwenden»

Der Vergleich hinke ein wenig, da der anteilige Kohlendioxid-Verbrauch einer Mikrowelle über den gesamten Lebenszyklus mit dem CO2-Ausstoss lediglich der Abgase von Autos verglichen werde, kritisiert David Reay, Professor für Kohlenstoffmanagement an der Universität Edinburgh. CO2-Äquivalente, die das Auto bei der Herstellung verbrauche, andere Abgase wie Stickoxide, Staub oder Abfall wie Altöl seien dabei nicht berücksichtigt worden. Zudem gebe es allein in Grossbritannien 30 Millionen Autos, deren Abgase alle Mikrowellen-Geräte der EU in den Schatten stellten.

Dennoch sind die im Magazin «Science of the Total Environment» vorgestellten Zahlen eindrucksvoll für ein Gerät, das nur wenige Minuten am Tag in Betrieb ist. Konsumenten sollten Mikrowellen effizienter benutzen, die Garzeit so einstellen, dass sie eben ausreicht und nicht immer die höchste Stufe benutzen, raten die Autoren der Studie Alejandro Gallego-Schmid und Joan Manuel Mendoza.

Die Hälfte aller weggeworfenen Mikrowellen funktioniert noch

Wer ein Mikrowellen-Gerät besitzt, tut der Umwelt zudem Gutes, wenn er es so lange behält, bis es nicht mehr zu reparieren ist. Eine Mikrowelle ist durchschnittlich acht Jahre lang in Gebrauch, sieben Jahre weniger als noch vor 20 Jahren. Etwa die Hälfte der weggeworfenen Geräte funktioniert noch, haben die Forscher ermittelt. 

Umwelteinfluss verschiedener Haushaltsgeräte nach Primärenergiebedarf (PED), Versauerungspotenzial (AP) und Erderwärmungspotenzial (GWP), (Gallego-Schmid, Mendoza, Markierung und deutsche Beschriftung von Infosperber)

Das gilt auch für andere Kleingeräte im Haushalt. Gebrauchte Elektrogeräte sind die am schnellsten wachsende Müllkategorie der Welt. Grössere Geräte wie Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen tragen zur Klimabelastung zwar mehr bei als Wasserkocher, Toaster und Fön. Sie sind jedoch strenger reguliert und haben eine höhere Lebensdauer. 

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „INFOsperber.ch“ (Daniela Gschweng) 2018 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | Diesen Beitrag hat Daniela Gschweng aufgrund eines Berichts des «Telegraph» und anderer Quellen erstellt.  

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