‹ Zurück zur Übersicht

© Depositphotos.com | geralt |

Das vergiftete Zauberwort der Koalition

„Und die Welt hebt an zu singen, kennst du nur das Zauberwort“ dichtete Joseph von Eichendorff vor 200 Jahren. Im Jahr 2026 taucht ein neues Zauberwort parallel in den Talkshows von Maischberger und Lanz auf, allerdings ein vergiftetes Zauberwort:  Es heißt „Gesamtpaket“.

Am 24. Februar 2026 wird zwischen 23 und 24 Uhr in beiden Talkshows über das Zauberwort „Gesamtpaket“ gestritten. Bei Lanz gebraucht es der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und bei Maischberger der Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU). Bei beiden fehlt nur noch der Zauberstab, wenn sie vom „Gesamtpaket“ faseln von dem niemand weiß, was es von wann ab bedeutet.

Die beiden Zauberer weichen mit ihrem Zauberwort den kritischen Fragen von Lanz und Maischberger nach den Auswirkungen des neuen „Gebäudemodernisierungsgesetzes“ auf das Klima aus. Moderatorin und Moderator wollten konkret wissen, was das neue Gesetz für den Klimaschutz bedeutet. Antwort in beiden Fällen: Das numinose Zauberwort!

Die Antwort der Umweltverbände hingegen auf das neue Gesetz ist eindeutig: Der BUND nennt das neue Gesetz „unverantwortlich, teuer und klimaschädlich“. Green Planet Energy kommentiert: Damit mache die Bundesregierung „der Gaslobby ein weiteres Milliardengeschenk und lässt Bürger:innen trotz vieler Warnungen in die fossile Kostenfalle laufen. Die Energiepolitik dieser Bundesregierung dient primär den fossilen Interessen. Dabei sollte jedem und jeder bewusst sein, dass der Betrieb von Öl- und Gasheizungen künftig erheblich teurer wird…Selbst der Weiterbetrieb uralter Gas- und Ölkessel wird jetzt wieder möglich – bei einer minimalen Beimischung synthetischer Gase oder von Wasserstoff jeglicher Herkunft. Wie die Bundesregierung so die Klimaschutzziele im Gebäudesektor einhalten will, bleibt ein Rätsel.“

Während sich die Vertreter der Regierung ins Zauberwort „Gesamtpaket“ flüchten, ohne Inhalt oder auch nur ein Datum für dieses „Gesamtpaket“ nennen zu können, ist die Kritik der Umweltverbände eindeutig: „Klimaschutz wird komplett abgesägt“ (TAZ am 25.Februar 2026).

Die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Barbara Metz, bezeichnete das neue Gesetz der Bundesregierung als „bedingungslose Erfüllung aller Wünsche der fossilen Lobby“. Die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge: „Diese Reform ist ein Desaster. Damit treiben CDU und SPD die Menschen in eine enorm teure Gaskostenfalle.“ Für Handwerk, Heizungsbauer und Kommunen bedeute die Reform vor allem Chaos und Verunsicherung.

Die Einzigen, bei denen die Sektkorken knallten, sind wohl die Gaswerke und die AfD.

Hier zeigt sich wieder einmal das Grundproblem dieser Koalition: Um sich gegenüber den USA und China zu behaupten, muss Deutschland innovativer werden. CDU/CSU und SPD reden zwar oft von Innovation, wenn es aber darauf ankommt, innovativ zu sein, bleiben sie lieber beim Alten, in diesem Fall bei Gas und Öl und versperren den weiteren, raschen Ausbau der Erneuerbaren. Diese Bundesregierung starrt so ängstlich auf das Erstarken der AfD wie die Schlange aufs Kaninchen und merkt gar nicht, dass es genau diese Ängstlichkeit ist, die der AfD hilft.


klimareporter.de: Eckpunkte zum Gebäudegesetz: Zu wenig grüne Gase für die Grüngas-Quote | Beim Gebäude-Klimaschutz will die Koalition spätestens ab 2027 die Vorschrift streichen, in neuen Heizungen 65 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen. Dafür sollen künftig Quoten für grünes Gas und grünes Öl gelten.

Quelle

Franz Alt 2026

Diese Meldung teilen

‹ Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren