Studie für Erneuerbaren-Branche: Der „Sweet Spot“ bei den großen Stromspeichern
Wäre das deutsche Stromsystem flexibel genug, wäre mehr Ökostrom nutzbar – zugleich sänken die Stromkosten und die nötigen EEG-Zuschüsse vom Staat. Den Mehrfachnutzen gerade großer Batteriespeicher macht jetzt eine Fraunhofer-Studie im Auftrag der Erneuerbaren-Branche klar.
Gute und schlechte Nachrichten über die Energiewende liegen derzeit eng beieinander. So deckten die Erneuerbaren im ersten Halbjahr 2026 rund 58 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland ab – ein Plus von fast drei Prozentpunkten gegenüber 2025 und ein neuer Halbjahres-Rekord.
Das Plus geht vor allem auf mehr Windstrom zurück. Das vergangene Jahr war ein ausgesprochen schwaches Windjahr, nun kehren normale Verhältnisse zurück.
Gut auch: Entgegen der gefühlten Wahrheit sanken seit Jahresanfang die Stunden mit negativen Preisen. Bis Ende Juni lag der Börsenstrompreis in 291 Stunden unter null, ein Viertel weniger als 2025.
Schlecht wiederum: Die Zahl der Hochpreis-Stunden, in denen die Kilowattstunde an der Börse mehr als 15 Cent kostete, stieg von 420 auf 464, also um etwa ein Zehntel. Im Schnitt kostete der Börsenstrom laut einer Analyse des Ökoenergie-Unternehmens Naturstrom 9,87 Cent, im Vorjahr waren es 9,07 Cent.
Eine weitere schlechte Nachricht: Am 1. Mai 2026 sank der Strompreis das erste Mal seit 2023 auf den niedrigstmöglichen Wert von minus 49,99 Cent. Am Abend des 24. Juni wiederum wurde der bisherige Jahreshöchstwert von 66,5 Cent erreicht. Der Grund: Bei Hitze ist abends der Strombedarf besonders hoch, doch weil dann der Solarstrom wegfällt, müssen mehr teure fossile Kraftwerke laufen.
Die Preisrallye zeigt: Die ohnehin vorhandenen „Spitzen“ und „Täler“ beim Strompreis sind noch steiler geworden. Gegen diese Preisausschläge gäbe es allerdings Mittel, meint Naturstrom: mehr Flexibilität zum Beispiel mit dynamischen Stromtarifen und der Ausbau von Großspeichern.
20.000 Megawatt flexible Speicher wären jetzt optimal
Dazu passend fragte sich die Erneuerbaren-Branche vor einiger Zeit: Was wäre im Stromsystem passiert, hätten wir diese Großspeicher schon gehabt? Zu der Frage gaben die Bundesverbände Erneuerbare Energie (BEE), Windenergie (BWE) und Solarwirtschaft (BSW-Solar) beim Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik eine Studie in Auftrag. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch vorgestellt.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Jörg Staude) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden!







