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© Depositphotos | ruigsantos | Die schwarz-rote Bundesregierung assistiert den Lenkern der Autokonzerne bei ihrer Fahrt in die Sackgasse.

Verbrennungsmotor: Heizer im E‑Auto

Auf Druck von Kanzler Merz gibt Frankreich das EU-Verbrenner-Aus für 2035 auf. Eine industriepolitische Fehlentscheidung, die den Niedergang der europäischen Autoindustrie besiegeln könnte.

Friedrich Merz gibt den Retter der deutschen Autoindustrie. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat offenbar auf Druck des Kanzlers seinen Widerstand gegen die Aufweichung des europäischen Verbrenner-Aus aufgegeben. Geht dieser Deal in der EU durch, könnten auch nach 2035 noch neue Benziner und Diesel verkauft werden.

Was der Kanzler als Erfolg verkauft, dürfte sich als historischer Fehler erweisen: Den europäischen Autokonzernen drohen dadurch neue Verzögerungen beim Anschluss an das Zeitalter der E‑Mobilität.

Die E‑Mobilität nimmt gerade Fahrt auf, auch in Deutschland. Im September war mehr als jeder dritte Neuwagen elektrisch. Ausgerechnet jetzt das Ziel zu verwässern, ist industriepolitisch widersinnig.

Europas Hersteller brauchen einen verlässlichen Kurs, damit sie bezahlbare Stromer entwickeln und eigene Batteriefabriken aufbauen können. Stattdessen signalisiert Berlin: Der alte Motor hat doch noch eine Zukunft.

Natürlich wird niemand zum Bau von Verbrennern gezwungen. Doch wer diese Hintertür offenhält, verführt die Konzerne dazu, langfristig zwei Technologien teuer weiterzuentwickeln.

Fahrlässige Industriepolitik

Jeder Euro für die nächste Verbrennergeneration fehlt möglicherweise bei Batterien, Software und günstigen E‑Auto-Plattformen. Gerade dort müssen die Europäer ihren Rückstand gegenüber China aufholen. Die E‑Mobilität braucht ihre ganze Kraft, keine halbherzige Doppelstrategie.

2035 werden Batterien voraussichtlich noch leistungsfähiger und günstiger sowie das Ladenetz viel dichter sein als heute. Vieles spricht dafür, dass dann kaum jemand noch einen neuen Verbrenner kaufen will. Eine Industriepolitik, die trotzdem darauf setzt, schützt keine Arbeitsplätze, sie gefährdet sie.

Der europäische Verkehrsverband T&E warnt deshalb zu Recht: Der vermeintliche Rettungsdeal könnte den Niedergang der europäischen Autoindustrie besiegeln. Weniger Ölimporte und erschwingliche E‑Autos wären, gerade angesichts fossiler Energiekrisen wie aktuell durch den Iran-Krieg, die richtige Antwort.

Einen vernünftigen Aspekt gibt es in dem geplanten Deal: Kaufhilfen sollen an europäische Produktion gebunden werden. Dass Steuergeld bisher gerade auch Importe aus China und den USA fördert, stärkt den Standort nicht. Entscheidend muss künftig der Produktionsort sein. Doch diese Förderung ließe sich auch ohne Abstriche beim Verbrenner-Aus organisieren.

Es gibt eine Reihe weiterer EU-Staaten, die wie bisher Macron gegen das Wackeln beim Verbrenner-Ende waren. Hoffentlich lassen sie sich von der Achse Berlin-Paris nicht beeindrucken.

Sonst geht der Deal als Neuauflage des Versuchs in die Geschichte ein, mit dem Heizer auf der E‑Lok die Vergangenheit zu konservieren. Das hat damals schon nicht funktioniert.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Joachim Wille) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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