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© Depositphotos | taraki | Mit einem Zubau von Photovoltaik- und Windenergie lässt sich die Abhängigkeit von Stromimporten verringern und damit auch die CO2-Emisionen der Schweiz.

EA PVPS: Weltweit wurden 2017 insgesamt 99 Gigawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert

Die Marktzahlen des Photovoltaic Power Systems Programme der Internationalen Energieagentur zeigen, dass China einmal mehr der globale Photovoltaik-Motor ist. In Japan und Europa stagnierte der Zubau, in den USA ging er gar zurück. Unter günstigen Bedingungen wird die Photovoltaik schon bald die billigste Erzeugungstechnologie sein.

Im vergangenen Jahr wurden weltweit Photovoltaik-Anlagen mit 99 Gigawatt neu installiert – so viel wie nie zuvor. Die kumuliert installierte Photovoltaik-Leistung beläuft sich damit auf 403 Gigawatt. Das meldet das Photovoltaic Power Systems Programme der Internationalen Energieagentur (IEA PVPS). Mit 53,1 Gigawatt entfällt fast die Hälfte der Neuinstallationen auf China. Dann folgen die USA (10,7 Gigawatt), Indien (9,1 Gigawatt), Japan (7,5 Gigawatt) sowie die Türkei, die es mit 2,6 Gigawatt erstmals unter die Top Fünf geschafft hat.

Weltweit gesehen deckt die Solarenergie derzeit etwa 2,5 Prozent des Strombedarfs. In mehr als dreißig Ländern liegt der Anteil zwischen einem und zehn Prozent. Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, sei die Entwicklung der Photovoltaik beeindruckend, so die Experten – ihr Beitrag sei aber noch zu gering, um den Klimawandel effizient bekämpfen zu können.

Die Analyse des IEA PVPS zeigt, dass ein signifikanter Teil des Wachstums aus den aufstrebenden Photovoltaik-Märkten vor allem der asiatisch-pazifischen Region stammt. Auch in Indien, Brasilien und der Türkei waren deutliche Zuwächse zu verzeichnen. Die Märkte in Europa und Japan stagnierten dagegen, der US-amerikanische war gar rückläufig. Neun Länder – darunter Deutschland – installierten 2017 mehr als ein Gigawatt. 27 Staaten kommen auf eine kumulierte Leistung von mehr als einem Gigawatt. Fast neunzig Prozent der Neuinstallationen entfielen im vergangenen Jahr auf nur zehn Länder – ein Grund zur Besorgnis, so das IEA PVPS.

Dass die Photovoltaik kostenseitig immer besser mit anderen Erzeugungstechnologien mithalten kann, lasse sich laut IEA PVPS daran ablesen, dass im vergangenen Jahr Stromlieferverträge zu weniger als zwei US-Dollarcent pro Kilowattstunde abgeschlossen wurden. Mit den zu erwartenden weiteren Kostensenkungen in den kommenden Jahren werde sich dieser Trend sehr wahrscheinlich fortsetzen, so dass die Photovoltaik bei optimalen Bedingungen zur günstigsten Technologie werden könnte. Das IEA PVPS weist jedoch darauf hin, dass die durchschnittlichen Kosten etwas höher liegen und zudem oft stark von den regulatorischen Rahmenbedingungen abhängen. Zudem unterschieden sich die Systempreis sehr – und die günstigen Modulpreise aus den Ausschreibungen gälten längst nicht für jedes Segment und Land.

IEA PVPS zufolge gewinnen Photovoltaik-Eigenverbrauch und Speicher weltweit an Bedeutung. Zudem haben die Experten beobachtet, dass viele Länder die Rahmenbedingungen für die Photovoltaik zunehmend marktorientierter gestalten. In der Folge entstehen neue Geschäftsmodelle. Das könne als Zeichen der Reife gelesen werden, da sich damit neue Perspektiven für den breiten Einsatz der Solarenergie eröffneten.

Das IEA PVPS hat derzeit 32 Mitglieder, darunter viele wichtige Länder weltweit. Aber auch Verbände wie Solarpower Europe und SEIA gehören dem 1993 gegründeten Programm an.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pv-magazine“ (Ralph Diermann) 2018 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden!  Mehr Artikel von Ralph Diermann | „pv magazine“
04/2018
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