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© Depositphotos.com | olinchuk | Auch, wenn sich in Deutschland immer mehr Menschen ihrer Verantwortung bewusst sind und die Bundestagswahl 2021 als Klimawahl gehandelt wurde, landet Deutschland, historisch gesehen, auf einem der vorderen Plätze der weltweit größten Klimakiller.

Kann Glasgow das Klima noch retten?

Der Papst warnt vor der Weltklimakonferenz in Glasgow vor einer „unbewohnbaren Erde“ und der Dalai Lama vor „Millionen Klimaflüchtlingen“. Der UNO-Generalsekretär Antonio Guterres sagt: „Wir stehen am Abgrund“ und „Der Planet ist kaputt“. Angela Merkel und die EU-Chefin Ursula von der Leyen sagen:  „Die Klimafrage ist die Überlebensfrage der Menschheit.“

Lauter Weckrufe!
© ukcop26.org | Die 26. Weltklimakonferenz findet vom 31. Oktober bis 12. November 2021 unter der Präsidentschaft des Vereinigten Königreichs in Partnerschaft mit Italien in Glasgow statt.

Ob die 120 Regierungschefs, die sich Glasgow bei der 26. Weltklimakonferenz treffen, diese Weckrufe auch wirklich hören und entsprechend handeln? Oder ob Greta Thunberg recht hat, die drastisch zu den bisherigen 25 Weltklimagipfeln sagt: „Alles nur blablabla.“

Der Papst fordert „radikale Entscheidungen…jede Krise verlangt nach einer Vision, Planungsfähigkeit und Schnelligkeit in der Umsetzung… wir müssen die politischen Mauern einreissen, hinter denen man sich verstecken kann.“ Der Dalai Lama fordert eine „Weltrevolution des Mitgefühls.“

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft nach „ehrgeizigeren Zielen als bisher“, sie sieht durch den Klimawandel die Gesundheit und das Leben von einer Milliarde Kinder gefährdet: „Der Klimawandel ist die größte Gefährdung der Gesundheit in der gesamten Menschheitsgeschichte.“ Die WHO fordert, dass Glasgow die Gesundheit und die Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen müsse. Konkret also: Bessere Lebensqualität in den Städten, Vorrang für Fußgänger, Radfahrer und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel sowie ein nachhaltige Landwirtschaft.

Rechtzeitig zum Gipfel erschien eine neue Studie über die Verursacher des Klimawandels.

Welche Länder sind die größten Klimakiller?

Auch, wenn sich in Deutschland immer mehr Menschen ihrer Verantwortung bewusst sind und die Bundestagswahl 2021 als Klimawahl gehandelt wurde, landet Deutschland, historisch gesehen, auf einem der vorderen Plätze der weltweit größten Klimakiller.

Eine neue Studie des Klimaportals Carbon Brief stellt die historische Verantwortung für den Klimawandel in den Mittelpunkt der aktuellen Debatten über das Klima. Laut Analyse-Verantwortlichen ist dieser Fokus auf die Geschichte wichtig, denn die kumulierte Menge an Kohlendioxid, die seit Beginn der industriellen Revolution ausgestoßen wurde, hängt eng mit der bereits eingetretenen Erwärmung von 1,2 Grad Celsius zusammen. Insgesamt hat die Menschheit seit 1850 rund 2.500 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre gepumpt.  Damit ist die Studie ein weiterer dramatischer Weckruf. Sie macht deutlich, dass die bisher vom Klimawandel Betroffenen in den armen Ländern am wenigsten dafür getan haben.

Die größten CO²-Verursacher

Es dürfte nicht überraschen, dass die Vereinigten Staaten, China und Russland die Liste der größten  CO2-Verursacher seit Beginn der Industrialisierung anführen. Dennoch ist, historisch gesehen, nicht China das größte CO2-Schwergewicht. Die USA sichern sich mit großem Abstand und mit mehr als 509 Milliarden Tonnen  CO2-Emissionen den ersten Platz und sind damit für ein Fünftel der weltweiten Gesamtemission verantwortlich.

Deutschland auf dem sechsten Platz

Deutschland landet hinter Brasilien und Indonesien auf dem sechsten Platz. Hierzulande wurden seit der Industrialisierung 88 Milliarden Tonnen  CO2 ausgestoßen. Dass Deutschland den sechsten und nicht den vierten Platz besetzt, liegt daran, dass in der Analyse von Carbon Brief auch Emissionen aus Land- und Forstwirtschaft berücksichtig wurden. Wird etwa ein Wald gerodet, setzt das große Mengen an Kohlendioxid frei, die ursprünglich im Holz und Boden „gespeichert“ waren. Brasilien und Indonesien ranken demnach nicht wegen den Emissionen aus fossilen Brennstoffen vor Deutschland, sondern aufgrund ihrer zahlreichen Rodungen.

Die Top Ten der für die Klimakrise verantwortlichen Nationen

Mit den USA, Deutschland, Kanada und Großbritannien haben sich nur vier Länder der Top Ten aktuelle und konkrete Klimapläne gesetzt. Simon Evans von Carbon Brief appelliert an die Verantwortung der jeweiligen Nationen: „Mit unserer Studie fokussieren wir auf die Menschen und Länder, die für die Erderwärmung verantwortlich sind.“

Die Top Ten – in dem Fall Flop Ten:
  • 1.USA mit 509 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen seit 1850
  • 2.China mit 284 Mrd. Tonnen CO2-Emission seit 1850
  • 3.Russland mit 172 Mrd. Tonnen CO2-Emission seit 1850
  • 4.Brasilien mit 113 Mrd. Tonnen CO2-Emission seit 1850
  • 5.Indonesien mit 103 Mrd. Tonnen CO2-Emission seit 1850
  • 6.Deutschland mit 88 Mrd. Tonnen CO2-Emission seit 1850
  • 7.Indien mit 86 Mrd. Tonnen CO2-Emission seit 1850
  • 8.Großbritannien mit 74 Mrd. Tonnen CO2-Emission seit 1850
  • 9.Japan mit 68 Mrd. Tonnen CO2-Emission seit 1850
  • 10. Kanada mit 66 Mrd. Tonnen CO2-Emission seit 1850

Franz Alt: Kann Glasgow noch das Klima retten? | Transparenz TV vom 01. November 2021 jetzt auf youtube.com.

Quelle

Franz Alt 2021

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