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Depositphotos.com | olinchuk | CO2

© Depositphotos.com | olinchuk | Laut dem 32. jährlichen „State of the Climate“-Bericht erreichten die Treibhausgaskonzentrationen, der globale Meeresspiegel und der Wärmegehalt der Ozeane im Jahr 2021 Rekordhöhen

Neuer CO2-Rekord – wo bleibt unser Brutinstinkt?

Es wird immer heißer – die Gletscher schmelzen immer schneller – Emissionen erreichen immer neue Rekordwerte. Kommen alle Bemühungen zur Rettung des Weltklimas zu spät? Haben wir unseren Brutinstinkt schon total verloren?

2021 hat die Konzentration der Treibhausgase den höchsten Wert seit mindestens einer Million Jahre erreicht. Das teilte soeben die US-Behörde für Klima- und Ozeanografie (NOAA) für das Jahr 2021 mit.

Im Jahr 1900 betrug der CO2-Gehalt in der Atmosphäre 280 ppm (Teilchen pro Million Teilchen). 1940 waren es bereits 310 ppm, im Jahr 2000 circa 370 ppm und 2021 waren es genau 414,7 ppm. Der neue Rekordwert seit einer Million Jahren. Das sind exakt 2,3 ppm mehr als noch im Jahr zuvor. Also auch im letzten Jahr kein Rückgang, sondern ein weiterer Anstieg – trotz des Paris-Versprechens aller 196 Regierungen im Jahr 2015, das 1.5-Grad-Ziel erreichen zu wollen.

Die neuen Zahlen kommen wenig überraschend, sind aber dennoch eine Katastrophe, denn nach demselben Bericht sind die Jahre zwischen 2015 und 2021 die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen vor 140 Jahren. Die NOAA teilt weiter mit, dass auch die Meerestemperatur und der Anstieg des Meeres-Spiegels neue Rekordhöhen erreicht haben.

Anstieg der Methanwerte

Geradezu beängstigend ist der Anstieg der Methanwerte. Dieser habe sich seit 2014 dramatisch beschleunigt und ein Methan-Molekül belastet das Klima etwa 30mal mehr als ein CO2-Molekül. Für 2021 haben die Wissenschaftler den größten Anstieg der Methanzuwächse seit 1880 gemessen. Die drei Treibhausgase CO2, Methan und Dioxidstoffmonoxid haben 2021 Rekordwerte erreicht. Dieser Jahresbericht des NOAA basiert auf der Mitarbeit von 530 Mitarbeitern aus über 60 Ländern.

Klimaexperten warnen schon seit Jahren vor den Kipp-Punkten der Klimakrise. Kipp-Punkte sind Entwicklungen, nach denen es kein Zurück mehr geben wird

Die gefährlichsten Kipp-Punkte:

  • das Auftauen der Permafrostböden in den nördlichen Breiten (Sibirien, Alaska, Kanada)
  • das Abschmelzen der Landeismassen auf Grönland
  • das Abholzen der Regenwälder Amazoniens
  • die Veränderung des Golfstroms
  • die Sättigung der Ozeane mit CO₂

Sollte die hier aufgezeigte Entwicklung so weitergehen, dann wird noch in diesem Jahrhundert Afrika unbewohnbar und Südeuropa wird Afrika. Schon 2050 könnten in tropischen und subtropischen Gebieten hunderte Millionen Menschen an 120 bis 200 Tagen im Jahr einer gefühlten Hitze von bis zu 39 Grad ausgesetzt sein – das hat die University of Washington in Seattle errechnet.

Tiere haben noch ihren Brutinstinkt, den wir Menschen offensichtlich bereits verloren haben. Noch nie hat eine Maus eine Mausefalle gebaut, aber Menschen heizen weiter die Klimakatastrophe an, obwohl sie seit Jahrzehnten wissen, dass daran schon heute Jahr für Jahr Millionen Menschen sterben  und dass  spätestens auch ihre eigenen Enkel diese Hitze kaum überleben können.

© www.ametsoc.org

Schon Erich Fromm hat gefragt: „Wie ist es möglich, dass der stärkste aller Instinkte, der Selbsterhaltungstrieb, nicht mehr zu funktionieren scheint?“ (Erich Fromm: Haben oder Sein? 1976).

Quelle

FRANZ ALT 2022

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