UN warnt vor einem „globalen Wasser-Bankrott“
Wasser ist unser Grundnahrungsmittel. Ohne Essen kann ein Mensch einige Wochen überleben, aber ohne Wasser nur wenige Tage. Das Recht auf Wasser ist ein Menschenrecht.
Doch wir leben seit Jahren auf Pump. Seit Jahrzehnten entnehmen wir der Erde mehr Wasser als nachkommt. Und der Klimawandel verschärft das Problem noch dramatisch.
Der aktuelle Wasser-Report der UN ruft deshalb zu einem neuen Umgang mit dem Wasser auf: „Die Welt tritt in eine neue Ära ein, die von Wasserknappheit geprägt ist“, sagt der Autor des Reports, Kaveh Madani, Direktor des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit der UNO-Universität Toronto in Kanada und Hauptautor des Berichts. Nur vom „Wasser-Stress“ zu sprechen, werde der Situation nicht mehr gerecht, die Erde stehe vor einem „Wasser-Bankrott“, das ein „Bankrott-Management“ erfordere.
Der neue UNO-Wasser-Report nennt Beispiele für den neuen Wasser-Notstand: Weltweit sinken die Grundwasserstände, vor allem in China, Indien, Nordafrika und im Südosten der USA, aber auch in Südeuropa. Gletscher schmelzen immer schneller, Feuchtgebiete werden zerstört. Schon in den Neunzigerjahren sind mehr als die Hälfte der großen Seen geschrumpft, sehr stark zum Beispiel der Aralsee zwischen Kasachstan und Usbekistan, der Great Salt Lake in den USA und der Urmiasee im Iran. Seit den Siebzigerjahren ist ein Drittel der Gletschermassen verloren gegangen: In der Arktis, in der Antarktis, in Grönland, in Alaska, in den Alpen und im Himalaya.
Es reiche nicht mehr, nur von einer „Krise“ zu sprechen, sagt Kaveh Madani. Im Bericht wird deshalb vom „Wasser-Bankrott“ gesprochen. Gemeint sei „ein unumkehrbarer Verlust von Wasserreserven“.
Wassersparen sei deshalb eine Hauptaufgabe in der Zukunft. 70 Prozent des weltweiten Süßwassers wird von der Landwirtschaft entnommen. Unterirdische Tröpfchen-Bewässerung kann bis zu 85 Prozent des Wasserverbrauchs einsparen.
Auch wenn der globale Norden sich nicht vom Wasserbankrott betroffen fühle, es sei ein globales Problem, betont Madani. Deshalb müssten reiche Industrienationen dem armen Süden mit neuen Wassertechnologien – wie Meerwasserentsalzung – helfen. Mehr als die Hälfte der Menschheit sei vom Wasser-Bankrott bereits betroffen, so der dramatische Report der UN. Wassersparen, Wasser-Effizienz und Wasser-Wiederaufbereitung sind das Gebot der Stunde.
- UNU-INWEH-Bericht über den „Globalen Wasserbankrott“
- „GLOBAL WATER BANKRUPTCY“ – Living Beyond Our Hydrological Means in the Post-Crisis Era (pdf)








