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© TNO-solarmoves

Elektroautos könnten selbst Strom erzeugen

Fremdenergiebedarf würde laut Projekt „SolarMoves“ von Forschern der TNO drastisch sinken.

E-Autos, deren Außenflächen mit Solarzellen bedeckt sind, müssen seltener an Ladestationen. Laut Experten der Forschungsorganisation TNO würde das nicht nur die Stromnetze entlasten, die regional ohnehin schon überstrapaziert sind, sondern auch die Mobilitätskosten senken. Viele Unternehmen können ihre Logistik nicht elektrifizieren, weil keine Netzkapazität verfügbar ist. Die Forderung: Die Hersteller sollten Solarenergie in ihr Repertoire aufnehmen.

Netzengpässe entschärfen

Fahrzeuge mit Solarzellen: So ausgestattet können sie das Stromnetz entlasten (Bild: tno.nl)

Im Projekt „SolarMoves“ haben die TNO-Forscher um Lenneke Sloof-Hoek Möglichkeiten untersucht, Netzengpässe, unter denen vor allem einige Regionen in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Italien leiden, mithilfe von „Vehicle-Integrated Photovoltaics“ (VIPV) – also direkt von den Fahrzeugen selbst erzeugter Solarenergie – zu entschärfen.

Die Forscher haben 23 eng definierte Fahrzeugtypen analysiert – von kompakten Stadtautos bis hin zu schweren Lkw – und kombinierten detaillierte Fahrzeug- und Fahrprofile mit meteorologischen Daten aus Amsterdam und Madrid. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Stadtfahrer enorm davon profitieren können.

Wer kurze Fahrten unternimmt, häufig parkt und relativ kurze Strecken zurücklegt, kann im Sommer wochenlang ohne eine einzige Aufladung fahren, rechnen die Fachleute vor. Bei Lkw, vor allem denen, die im Fernverkehr unterwegs sind, wäre der Effekt trotz der großen Flächen, die mit Solarzellen bedeckt werden könnten, weniger spektakulär.

2.200 Generatoren einsparen

SolarMoves hat auch gezeigt, dass VIPV das europäische Stromnetz entlasten kann. Würde jedes Elektrofahrzeug, das bis 2030 zugelassen wird, mit VIPV ausgestattet, reduzierte sich der Strombedarf in Europa um 15,6 Terawattstunden. Das entspricht der Jahresproduktion von etwa 2.200 Onshore-Windkraftanlagen mit einer Leistung von je drei Megawatt.

VIPV könnte nicht nur den Energiebedarf insgesamt senken, sondern auch die Spitzenlasten. Damit stellen derart ausgestattete Fahrzeuge effektiv eine Art verborgenes Reduktionspotenzial für den Kapazitätsausbau auf lokaler Ebene dar: In der Simulation unter Verwendung von Daten aus Amsterdam, in der identische Fahrzeuge mit und ohne VIPV verglichen wurden, entsprach der Effekt einer Entlastung des Netzes um zeitweise 25 Prozent. Auch die CO2-Emissionsminderungen sind beträchtlich: Da Netzstrom nicht zu 100 Prozent CO2-frei ist, würde die Umstellung aller Elektrofahrzeuge auf VIPV bis 2030 die Emissionen an Klimagas um 1,8 Mio. Tonnen senken.

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Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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