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Depositphotos | Scharfsinn | Soll ich mir ein Elektro­auto anschaffen? Das fragen sich immer mehr Auto­fahrer. Jeder vierte Haushalt in Deutsch­land plant in den nächsten zehn Jahren, ein E-Auto zu fahren. Die Stiftung Warentest gibt einen Über­blick über Zuschüsse und Steuer­vorteile und zeigt, ob sich spezielle Strom­tarife fürs Laden lohnen.

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Europa-Studie: Jeder Dritte erwägt aktuell Kauf eines E-Autos

Noch bestehende Unsicherheit bei Alltagstauglichkeit und Ladekapazitäten verringern Chancen von Stromern.

Die Förderung der Elektromobilität gilt als einer der wesentlichen Bausteine, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Gerade im Vorfeld der Bundestagswahl kommt kaum ein parteipolitisches Klima- und Verkehrskonzept ohne Verweis auf E-Autos aus. Laut einer aktuellen, europaweiten Nutzerbefragung von AutoScout24 rücken die Stromer auch verstärkt in den Fokus derjenigen, die derzeit einen Autokauf planen.

Demnach zieht es aktuell jeder dritte Befragte aus Deutschland in Erwägung, ein E-Auto zu erwerben. Für jeden Zweiten kommt eventuell ein Hybridmodell in Frage. Der europaweit größte Online-Automarkt hat für die Studie 5.566 AutoScout24-Nutzer aus Deutschland, Italien, Österreich, Belgien und den Niederlanden befragt*. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass vor allem die Deutschen große Bedenken beim Blick auf E-Autos haben. Am offensten und am besten informiert präsentieren sich Befragte aus den Niederlanden.

In der aktuellen Studie hat AutoScout24 zwei Gruppen gesondert untersucht: Allgemeine Website-Nutzer und jene Nutzer, die konkret die Anschaffung eines neuen Autos planen. Beim Blick auf jene, die eine Anschaffung planen, zeigt sich, dass E-Autos hoch im Kurs stehen: Insgesamt 14 Prozent ziehen den Kauf eines Stromers „definitiv“ in Erwägung, weitere 23 Prozent würden sich „vielleicht“ für einen Batteriegetriebenen entscheiden. Damit zeigen sich insgesamt 37 Prozent aufgeschlossen, wenn es um die Anschaffung eines E-Autos geht. Gleichwohl sind noch nicht alle von den neuen Antrieben überzeugt. So sagen 41 Prozent der aktuell Autokaufenden, sie wollen definitiv kein E-Auto erwerben, 23 Prozent wahrscheinlich nicht. Beim Blick auf Hybridfahrzeuge fällt die Bewertung ausgewogener aus: 51 Prozent ziehen einen entsprechenden Kauf bei ihrer aktuellen Suche in Erwägung, für 49 Prozent kommt er nicht in Frage.

E-Mobilität: Niederländer am aufgeschlossensten

International sind die Einstellungen mit Blick auf die Antriebe bei den aktuell Autokaufenden mit den hiesigen vergleichbar. So beziehen 37 Prozent der Italiener und der Österreicher E-Autos in ihr Suchprofil mit ein, bei den Belgiern sind es nur 35 Prozent. Deutlich aufgeschlossener sind die Niederländer: Für 45 Prozent kommt der Kauf eines Stromers in Frage. Auch Hybridfahrzeuge sind in den Niederlanden beliebter als anderswo in Europa: 56 Prozent ziehen einen Kauf in Betracht, aber nur 52 Prozent der italienischen, 47 Prozent der belgischen und 42 Prozent der österreichischen User.

Größte Bedenken: Kosten und Ladeinfrastruktur

Was die Bedenken gegenüber den E-Autos betrifft zeigt sich, dass der Preis europaweit an erster Stelle steht. So sind 62 Prozent der deutschen Befragten der Ansicht, es sei teurer ein E-Auto zu kaufen als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Ähnlich sehen das auch die Befragten aus Österreich (62 Prozent), Belgien (64 Prozent) und Italien (65 Prozent). In den Niederlanden teilen diese Sorge hingegen deutlich weniger Nutzer: Nur 47 Prozent sind dort der Ansicht, man müsse für ein E-Auto tiefer in die Tasche greifen als für einen Verbrenner.

Ein weiterer Pain Point sind Bedenken wegen der Ladeinfrastruktur. Vor allem die Deutschen treibt diese Sorge um: 54 Prozent glauben, es sei beschwerlich, das E-Auto mit Energie zu versorgen, da es hierzulande nur wenige Ladestationen gebe. In Belgien schließen sich diesen Bedenken 47 Prozent der Befragten an, in Italien sind es 46 Prozent und in Österreich 44 Prozent. In den Niederlanden scheint es um die Ladeinfrastruktur hingegen deutlich besser bestellt zu sein, denn nur 25 Prozent zeigen sich bei diesem Punkt besorgt.

Jeder Dritte besorgt um Alltagstauglichkeit

Wie steht es um die Bedenken, ein E-Auto könne sich nicht für den täglichen Gebrauch eignen? Auch hier haben die Deutschen die größten Sorgen: 30 Prozent glauben, dass es im Alltag Probleme mit der Antriebstechnologie geben könnte. Auch Österreichern (28 Prozent) und Belgiern (21 Prozent) ist dieser Gedanke nicht fremd. In den Niederlanden und Italien bereitet dieser Punkt hingegen nur 15 Prozent der Befragten Kopfzerbrechen.

Wichtigstes Kriterium in Deutschland: Reichweite

Welche Eigenschaften sollten E-Autos aus Sicht der Konsumenten auf jeden Fall erfüllen? Ganz oben steht die Reichweite, die 67 Prozent für relevant erachten, gefolgt von der Möglichkeit, die Batterie schnell aufladen zu können (51 finden das wichtig). Ebenfalls von Bedeutung für die E-Auto-Interessierten: Komfort (wichtig für 38 Prozent), Stauraum (34 Prozent) und hohe Effizienz (31 Prozent). Für ein knappes Drittel (30 Prozent) sind finanzielle Fördermaßnahmen für das in Frage stehende Auto relevant.

Preis und Subventionen relevant in Italien

Mit Blick ins Ausland zeigt sich, dass die Reichweite zwar überall das wichtigste Kriterium ist, doch die Befragten setzen durchaus unterschiedliche Schwerpunkte. So ist in Italien der Preis von zentraler Bedeutung: 49 Prozent legen Wert darauf und 51 Prozent erwarten sogar, dass das Fahrzeug subventioniert wird. Andernorts setzt man hingegen verstärkt auf ein komfortables Fahrzeug: 45 Prozent der Belgier und 43 Prozent der Niederländer ist das wichtig. Für die gleichen Nationen spielt auch die Marke eine Rolle. So wünschen sich 23 Prozent der niederländischen und 20 Prozent der belgischen Befragten ein Premium-Fabrikat. Zum Vergleich: Nur 9 Prozent der Deutschen ist das wichtig.

Informationen europaweit als nicht ausreichend bewertet

Auch wenn E-Mobilität in den Medien immer häufiger thematisiert wird, haben rund zwei Drittel der befragten Europäer das Gefühl, nicht ausreichend darüber informiert zu sein. So wünscht sich hierzulande jeder Dritte (33 Prozent) mehr Informationen zu den entstehenden Wartungskosten. Und fast ebenso vielen (30 Prozent) sind die Vor- und Nachteile eines E- und Hybridfahrzeugs nicht klar. In Italien ist der Informationsbedarf noch höher: 37 Prozent sehnen sich nach Daten zu Wartungskosten und 33 Prozent wünschen Infos über Vor- und Nachteile von E-Autos. Am besten wissen die Niederländer Bescheid: Nur 61 Prozent fühlen sich nicht ausreichend informiert, entsprechend wünscht sich auch nur jeder Vierte (25 Prozent) Infos über Wartungskosten und die „Pros“ und „Cons“ von Stromern und Hybriden.

  • *Quelle: AutoScout24 Nutzerbefragung, Stichprobe n= 5.566 Nutzer von AutoScout24 aus Deutschland, Österreich, Italien, den Niederlanden und Belgien. Auf Deutschland entfielen 1.355 Nutzer, davon 978 mit konkreter Kaufabsicht; Befragungszeitraum: 30. Juli – 11. August 2021.
Quelle

www.autoscout24.at 2021

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