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Energie-Studie: Deutsche nicht auf steigende Strom- und Gaspreise vorbereitet

Laut der Simon-Kucher Energie-Studie fühlt sich mehr als jeder zweite Verbraucher in Deutschland nicht ausreichend auf steigende Strom- und Gaspreise vorbereitet.

Die Folge? Der Großteil schraubt seinen Energieverbrauch runter, viele reduzieren Ausgaben in anderen Bereichen. Fast jeder Zweite vergleicht bereits Anbieter, 31 Prozent haben Pläne, ihren Stromanbieter zu wechseln.  

  • 54 % der Verbraucher fühlen sich nicht ausreichend auf steigende Strom- und Gaspreise vorbereitet
  • 96 % der Verbraucher passen ihr Verhalten bei steigenden Preisen an
  • Reaktion: 61 % senken Energieverbrauch, 40 % vergleichen Anbieter, 35 % sparen in anderen Bereichen
  • 31 % der Verbraucher planen in den nächsten 12 Monaten ihren Stromanbieter zu wechseln
  • Wechselwahrscheinlichkeit von neuen Kunden fast dreimal so hoch wie von Langzeitkunden
  • Bei Einsparungen von 15 % würden 46 % den Stromverbrauch an Tageszeiten orientieren 

Wenige Wochen vor Wintereinbruch zeigt die Simon-Kucher Energie-Studie: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist für steigende Energiepreise nicht gewappnet. So geben 54 Prozent an, nicht auf steigende Strom- und Gaspreise vorbereitet zu sein. 

„Wenn die Temperaturen sinken, steigt die Angst“

„Für viele Verbraucher in Deutschland hätten steigende Energiepreise drastische Folgen“, erklärt Thomas Haller, Senior Partner und Head of Energy and Telecommunications bei Simon-Kucher. 96 Prozent wollen ihr Verhalten anpassen. So planen 61 Prozent ihren Energieverbrauch zu senken, 35 Prozent Abstriche bei anderen Ausgaben zu machen. „Wenn die Heizung ausbleibt, weil das Geld fehlt, ist das ein ernst zu nehmendes Problem. Trotzdem sehen wir in Deutschland: Wenn die Temperaturen sinken, steigt die Angst.“

Jeder Dritte will Energieversorger wechseln

Auch trotz staatlicher Preisbremsen wollen 40 Prozent der Energiekunden Anbieter vergleichen, 31 Prozent planen bereits, in den nächsten 12 Monaten den Stromanbieter zu wechseln. „Die Wechselwahrscheinlichkeit von Kunden, die seit weniger als zwei Jahren bei ihrem Energieversorger sind, ist dabei fast dreimal so hoch wie von Langzeitkunden“, betont Michael Kässer, Parnter und Head of Energy DACH bei Simon-Kucher. Auch wenn die Anzahl der Verbraucher, die tatsächlich wechsle, oft etwas geringer ausfalle, gelte: „Die hohe Wechselbereitsschaft ist ein Weckruf an die Energieversorger in Kundenbindung zu investieren.“

Kosten senken, Kunden binden

Wie das konkret aussehen kann? „Energieversorger unterstützen Kunden, indem sie Energieeffizienz- und Energieberatungsangebote schaffen. Kundenbindung heißt, Kunden zu helfen, ihre Energieverbrauchskosten zu senken und Transparenz zu Energiekosten und der Preisentwicklung zu schaffen“, so Michael Kässer.

Heute Preissicherheit, morgen dynamische Tarife 

Laut der Simon-Kucher Energie-Studie wollen die Kunden so vor allem eins: Preissicherheit. 84 Prozent empfinden diese beim Stromvertrag als wichtig bis sehr wichtig. „Mittelfristig werden aber innovative Angebote wie dynamische Tarife entscheidend”, so Haller. Für Einsparungen von 15 Prozent würde rund die Hälfte den Stromverbrauch so weit wie möglich an die günstigsten Tageszeiten anpassen. „Heute sind dynamische Tarife noch ein Nischen-Produkt. Die Nachfrage aber wächst, Stromanbieter müssen zeitnah App-Oberflächen für Preissignale und zur Verbrauchsplanung entwickeln“, betont Malte Trukenmüller, Director in der Energy Practice bei Simon-Kucher.

Energiewende: Spezialanbieter stechen Energieversorger aus

Ebenfalls spannend: Energieversorger bleiben zwar erster Ansprechpartner in der Energiewende, verlieren Kunden im Verkaufsprozess von Energielösungen wie z. B. PV-Anlagen oder Wärmepumpen aber an spezialisierte Anbieter. Nach dem ersten Einholen von Informationen erwägen 31 Prozent weniger Kunden ihren lokalen Energieversorger als geeigneten Partner. „Energie-Versorger verkaufen sich nicht richtig“, so Haller. „Das Optimierungspotential ist riesig. So zeigt unsere Energie-Studie zum Beispiel, dass Neukunden vermehrt auf Image und Nachhaltigkeit achten. Auch staatliche Förderungen sind für 52 Prozent ausschlaggebend in der Kaufentscheidung.“ All das müsse berücksichtigt, und Plattformen und Tools dringend auf den neusten Stand gebracht werden.

*Über die Studie: Die repräsentative Simon-Kucher Energie-Studie 2023 wurde im Oktober 2023 von Simon-Kucher in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt. 1.007 Konsumenten in Deutschland wurden zu Energiekosten, Wechselwahrscheinlichkeit, Kundenzufriedenheit, Angebot und Image von Energieversorgern sowie dem Verkaufsprozess befragt.

Quelle

Simon-Kucher 2023

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