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20.12.2019

Australiens Waldbrände verursachen massive CO2-Emissionen

Auf der COP25 verhinderte Australien jeden Fortschritt, dabei ist das Land mitten in der Klimakrise. Allein die seit August lodernden Waldbrände verursachten schon halb so viele Emissionen, wie Australien normalerweise in einem Jahr ausstößt.

Seit Anfang August lodern in den australischen Bundesstaaten New South Wales und Queensland verheerende Buschbrände. 250 Millionen Tonnen CO2 gelangten so bislang in die Atmosphäre, wie der Guardian berichtet. Zum Vergleich: 2018 betrugen Australiens komplette CO2-Emissionen 532 Millionen Tonnen. Laut NASA sind in diesem Jahr bereits 2,7 Millionen Hektar Wald abgebrannt. In Deutschland wäre das fast ein Viertel des gesamten Waldbestandes. Und ein Ende der Brände ist nicht in Sicht. Lang erwarteter Dauerregen bleibt bislang aus. Die Wetteraussichten für die kommenden Wochen sind wärmer und trockener als normalerweise zu dieser Jahreszeit.

Fatal an den Buschbränden ist ebenfalls der Umstand, dass die Gebiete für lange Zeit als natürliche CO2-Senken wegfallen könnten, wie Wissenschaftler warnen. So erklärt etwa Pep Canadell vom CSIRO climate science centre: „Dieses Ausmaß an feuerbedingten Emissionen beunruhigt sehr. Jegliche zusätzlichen CO2-Emissionen in die Atmosphäre, ohne Garantie, dass diese wieder von nachwachsender Vegetation gespeichert werden, sollten Sorge bereiten. Besonders in Australien, das vom Klimawandel so stark betroffen ist.“

Bislang galten die Buschbrände als klimaneutral, da der nachwachsende Wald etwa dieselbe Menge CO2 wieder speicherte. Doch Professor David Browman. Umweltforscher für Feuer an der University of Tasmania, macht deutlich, dass die anhaltende Trockenheit einhergehend mit dem Klimawandel für veränderte Konditionen sorgt. „Bäume unter Dürre-Stress erholen sich weitaus weniger gut. Die Kohlendioxidreserven sind damit ausgeschöpft. Bäume wachsen unter diesen Umständen viel langsamer und sind anfälliger für Brände“, sagt Browman.

Australien ist mitverantwortlich für das Scheitern der Klimakonferenz

Doch ungeachtet der heimischen Klimakrise präsentierte sich Australien auf der Klimakonferenz in Madrid als Bremser. Die australischen Verhandler galten während der Konferenz als treibende Kraft hinter der Übertragung von überschüssigen Emissionszertifikaten auf Grundlage des Kyoto-Protokolls. In Kyoto hatte man ein Handelssystem mit Emissionen geschaffen, das nie funktionierte. Neben Brasilien besitzt auch Australien noch viele Emissionszertifikate aus diesem Handelssystem. Mit deren Übernahme in ein neues Emissionshandelssystem wollte die australische Regierung sicherstellen, dass sie ihre Klimaziele für 2030 erreicht. Auch die USA war für einen entsprechenden Antrag.

Doch angeführt von Costa Rica stellte sich am Wochenende eine wachsende Anzahl von Staaten gegen diese Koalition von Klimaschutzbremsern. Beschrieben als „San Jose Principles“ stemmten sie sich explizit gegen die Übernahme von Zertifikaten und anderen Abschreibungen aus der Kyoto-Ära. Auch Deutschland stellte sich als erster G20-Staat hinter die Forderungen. So gelang es zumindest, dass die großen Schlupflöcher gegen den Klimaschutz nicht, wie von Australien und anderen gewünscht, im Abschlussdokument festgeschrieben wurden. Sie konnten aber auch nicht geschlossen werden.

Trotz deutlich sichtbarer Auswirkungen der Klimakrise in ihrer Heimat, steht die australische Regierung bislang voll hinter der heimischen Kohlewirtschaft. Australien ist Kohleexportland Nummer eins: 32 Prozent der weltweit exportierten Kohle stammt aus Down Under, so viel wie aus keinem anderen Land. Für Erneuerbare Energien ist bislang wenig Platz. Zusammen machen Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse aktuell gerade einmal 16 Prozent der australischen Stromproduktion aus. Dabei besitzt Australien mit seinen Millionen Quadratkilometern Küsten und Wüsten erhebliches Potenzial für einen rapiden Ökostrom-Ausbau, wie eine Studie der Australian National University nahelegt. Demnach könnte bei einem forcierten Ausbau erneuerbarer Energieträger Australien die Pariser Klimaziele bereits 2025 erreichen und 2032 zu 100 Prozent regenerativ Strom produzieren.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (mf) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 27 / 2019 | "Europas Energiewende" | Jetzt lesen Download 

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