China: Solar-Ausbau geht zulasten der Artenvielfalt
Zahl der Vögel nimmt einer Studie zufolge wegen rascher Entrodung deutlich ab.
China baut mehr Solarkraftwerke als jedes andere Land der Welt. Was dem Klima guttut, geht allerdings zulasten der Artenvielfalt, wie Forscher der Universität Peking und der Nanjing University of Information Science & Technology kürzlich in einer Studie herausfanden. Im Untersuchungsgebiet, dass sich über mehr als 2300 chinesische Landkreisen erstreckt, führte der schnelle Ausbau zu einem Rückgang der Vogelvielfalt, da Acker- und Weideland rasch für die Erschließung gerodet wurden.
Ökologisch fundierter vorgehen
„Die wichtigste Botschaft lautet nicht, die Energiewende zu verlangsamen, sondern den Ausbau der Solarenergie ökologisch fundierter zu gestalten“, so Hauptautor Huiming Zhang von der Nanjing University of Information Science & Technology gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten er und seine Fachkollegen vor Kurzem im Fachjournal „Science“.
2024 waren auf einer Fläche von 4520 Quadratkilometer Solaranlagen installiert. Diese Fläche wird sich noch gewaltig ausdehnen, da der Zubau an Solaranlagen eher in noch schnellerem Tempo weitergeht, weil das Land 2060 klimaneutral werden will. Problematisch ist, das die Auswahl von Standorten für Solaranlagen in China nicht auf Sonneneinstrahlung und verfügbarer Fläche basiert, sondern auf den Fünfjahresplänen der Regierung, die unter anderen die wirtschaftliche Entwicklung in bestimmten Regionen fördern sollen.
Dabei werden auch Flächen geopfert, die für den Artenschutz wichtig sind. Rückgänge verzeichneten die chinesischen Wissenschaftler sowohl bei heimischen als auch bei Zugvögeln. In Regionen, die für den Bau von Solaranlagen ungeeignet sind, gab es dagegen keine Veränderungen.
Auch Windparks mit negativen Folgen
Zwar befassten sich die Autoren ausschließlich mit den Folgen der Solarenergie, doch ähnliche Probleme träten auch bei anderen Arten erneuerbarer Energien auf, wie etwa beim Ausbau von Windparks, so die Ökonomin Yuanning Liang von der Universität Peking. „Der nächste Schritt besteht darin, von der Messung der Artenvielfalt zur Bewertung überzugehen, indem Veränderungen in der Vogelvielfalt mit Ökosystemleistungen und Naturschutzwerten verknüpft werden. Ohne eine solche Bewertung misst die politische Analyse dem Naturschutz nicht genügend Gewicht bei und in der Kosten-Nutzen-Analyse könnten gesellschaftliche Kosten der Entwicklung unterschätzt werden.“
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden!







