Kivu-See ist „Living Lakes-See des Jahres 2025”
Der Kivu-See, der zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo liegt, wurde vom internationalen Netzwerk Living Lakes und dem Global Nature Fund (GNF) zum „Living Lakes See des Jahres 2025” gekürt.
Seit 2004 machen das internationale Netzwerk Living Lakes und die Umweltstiftung Global Nature Fund am Weltwassertag mit der jährlichen Ernennung zum „Bedrohten See des Jahres” auf gefährdete Gewässer weltweit aufmerksam. Die Ernennung zum „Living Lakes Lake of the Year” ersetzt diese langjährige Kampagne und wird künftig jedes Jahr am UN-Welttag der Seen auf die zentrale Bedeutung von Seen für das Klima, die Biodiversität und die Menschen aufmerksam machen.
Der Kivu-See, der an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda liegt, ist einer der ältesten, ökologisch wertvollsten und zugleich am stärksten gefährdeten Seen Afrikas. Mit seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt ist der Kivu-See ein Biodiversitäts-Hotspot. Während der See selbst zahlreiche endemische Arten von Buntbarschen beherbergt, finden sich in den umliegenden Bergen Feuchtgebiete, Wälder und seltene Tierarten wie Schimpansen, Waldelefanten, Waldantilopen und die letzten verbliebenen Berggorillas Afrikas. Gleichzeitig ist er für das Überleben von Millionen von Menschen in der Region von entscheidender Bedeutung – als Trinkwasserquelle und unverzichtbar für Fischerei, Landwirtschaft und andere wirtschaftliche Aktivitäten.
Trotz seiner ökologischen und sozialen Bedeutung ist der Kivu-See erheblichen Gefahren ausgesetzt:• Hohe Konzentrationen von gelöstem Methan und Kohlendioxid, die durch vulkanische Aktivitäten entstehen, bergen das Risiko einer sogenannten limnischen Eruption – einer plötzlichen Freisetzung von Gas mit potenziell katastrophalen Folgen.
- Hinzu kommt die Verschmutzung durch nicht nachhaltige Landwirtschaft, Bergbau, Industrieabfälle und unbehandelte häusliche Abwässer.
- Politische Konflikte in der Region behindern vielerorts dringend notwendige Umweltschutzmaßnahmen.
- Der Klimawandel, invasive Arten und unkontrollierte Ausbeutung bedrohen das ökologische Gleichgewicht des Sees.
Mit der Auszeichnung „Living Lakes Lake of the Year 2025” würdigt das internationale Netzwerk Living Lakes nicht nur die ökologische Bedeutung des Kivu-Sees, sondern auch die positiven Ansätze, die bereits zu seinem Schutz und seiner Renaturierung beitragen. Besonders hervorzuheben sind die Initiativen der Albertine Rift Conservation Society (ARCOS), einem Partner des Living Lakes Biodiversity and Climate Project (LLBCP) des GNF und der Lake Kivu and Rusizi Basin Collaborative Partnership (LKRB-CP).
Zu den Aktivitäten gehören:
- Schutz der biologischen Vielfalt durch Überwachung und Schutzmaßnahmen für Fischbestände und Wasserqualität.
- Renaturierung von Uferzonen und Feuchtgebieten zur Wiederherstellung natürlicher Lebensräume.
- Einbeziehung und Stärkung lokaler Gemeinschaften, insbesondere Jugend- und Frauengruppen, in Umweltbildung und Konzepte zur nachhaltigen Nutzung.
- Schutzprogramme für gefährdete Arten und Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
„Mit der Ernennung zum Living Lakes-See des Jahres wollen wir nicht nur auf Bedrohungen aufmerksam machen, sondern auch Hoffnung und Inspiration vermitteln“, sagt Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des Global Nature Fund. „Der Kivu-See zeigt eindrucksvoll das Potenzial lokaler Initiativen und internationaler Partnerschaften für den Gewässerschutz.“ Die Auszeichnung würdigt somit nicht nur die ökologische Bedeutung des Sees, sondern auch die konkreten Anstrengungen vor Ort – und verdeutlicht die Notwendigkeit, Ökosysteme weltweit zu schützen.








