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28.06.2019

Starke Gletscherschmelze der südlichen Tauern

Alpenregion könnte aktuellen wissenschaftlichen Berechnungen zufolge bis 2100 eisfrei sein.

Bei den Gletschern der nördlichsten Alpengegend in Italien ist bis zum Jahr 2100 eine Längenreduzierung um mehr als 35 Prozent und ein Flächenverlust von über 60 Prozent zu erwarten. Zu diesem Schluss kommen Mitarbeiter des Istituto di Scienze Marine und des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Scienze dell'Atmosfera e del Clima.

2,7 Grad Celsius wärmer

Die Wissenschaftler haben sich auf der westlichen Südseite der Hohen Tauern umgesehen, wo sich 46 überwiegend in Berghöhe angesiedelte Gletscher befinden. Weitaus weniger zahlreich sind dort die durch ihre zungenförmigen Ausläufer erkennbaren Talgletscher. "Die heute noch existierenden Gletscher sind nur ein Teil der im Jahr 1962 zensierten 63 Gletscher, deren Fläche den Messungen zufolge seit dem 1982 um 40 Prozent geschrumpft ist", erklärt Projektleiterin Rosanna Serandrei-Barbero.

Bei den Analysen kam ein Rechenmodell zum Einsatz, mit dem das Verhalten der Gletscher bis zum Jahr 2100 unter Annahme einer durchschnittlichen Temperaturerhöhung um 2,7 Grad Celsius geschätzt wird. "Die Projektion lässt unterschiedliche Ergebnisse zwischen Berg- und Talgletschern erkennen", fügt Forscherkollegin Sandra Donnici hinzu. Bei den Berggletschern ergibt sich der Fachfrau nach eine Längenreduzierung von 35 Prozent und eine Flächeneinbusse von mehr als 60 Prozent. Diese stellen gleichzeitig eine Obergrenze dar, weil sie danach in kleinere Einheiten zerfallen und die Schmelzgeschwindigkeit deutlich zunimmt.

Talgletscher überleben

Da die untersuchte Region im Westteil der Hohen Tauern beinahe zu 95 Prozent aus Berggletschern besteht, könnte sie voraussichtlich im Jahr 2100 nahezu eisfrei sein. "Eine Überlebenschance haben allenfalls drei Talgletscher, die im Vergleich zu den Berggletschern weniger stark schmelzen", so die Forscher. Details wurden im "Journal of Glaciology" publiziert.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion "pressetext.com“ (Harald Jung) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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