‹ Zurück zur Übersicht
fotolia.com | mc

© Fotolia.com | mc

Umfrage zur Zwischenlagerung: Bürger*innen befürworten staatliche Verantwortung

Was wissen und denken die Menschen im Umkreis der Zwischenlager radioaktiver Abfälle über ihre strahlenden Nachbarn? Dazu hat die Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) eine Umfrage durchführen lassen, deren Ergebnisse sie am veröffentlicht hat. Die Umfrage führt laut dem FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik allerdings „in die Irre“.

Um ein Bild über das Wissen und die Einstellung der BürgerInnen an ihren Standorten zu bekommen, hat das unabhängige Institut aproxima Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung Weimar im Auftrag der BGZ insgesamt 3.500 BürgerInnen in einem Radius von 25 Kilometern um die insgesamt 16 BGZ-Zwischenlagerstandorte online und per Telefoninterview befragt, die erhobenen Daten analysiert und ausgewertet.

Danach halten es rund 70 Prozent der insgesamt 3.500 Befragten für richtig, dass der Staat die Verantwortung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle in Deutschland übernommen hat.

„Die Umfrageergebnisse liefern uns wichtige Erkenntnisse über den Informationsstand und das Stimmungsbild der BürgerInnen an unseren Standorten“, sagt die Vorsitzende der BGZ-Geschäftsführung, Bettina Hesse, die seit Juni 2023 im Amt ist. „Die Ergebnisse der Umfrage werden wir in unsere Arbeit aufnehmen, Handlungsbedarf identifizieren und Maßnahmen daraus ableiten.“ Dazu werde die BGZ in den kommenden Jahren weitere Umfragen durchführen lassen. „Uns als Unternehmen ist es extrem wichtig, dass sich ganz besonders unsere Nachbarn gut darüber informiert fühlen, was die BGZ in ihren Zwischenlagern tut.“ Nur dies schaffe echtes Vertrauen, so Hesse weiter.

Parallel dazu wird die BGZ in diesem Jahr ein Konzept zur Beteiligung der BürgerInnen neu aufsetzen. Dafür bieten die Ergebnisse dieser Umfrage bereits eine gute erste Orientierung.

Die Umfrage zeichnet ein differenziertes Bild zur Einstellung und zum Informationsgrad der Menschen an den Zwischenlagerstandorten: So kennen zwei Drittel der Befragten die Zwischenlager in ihrer Region, rund die Hälfte hält sie auch für notwendig, während rund ein Drittel in dieser Frage unentschlossen ist.

Auch die Risikowahrnehmung der Befragten ist unterschiedlich ausgeprägt: Während rund ein Drittel im Zwischenlager ein „ziemlich hohes Risiko“ erkennt, hält knapp die Hälfte der Befragten die Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle für ein „geringes Risiko“. Eine Akzeptanz gegenüber der Zwischenlagerung in der Region lässt sich bei den Befragten erkennen, die damit nur ein geringes Risiko verbinden und gleichzeitig angeben, gut über die Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle informiert zu sein.

Zwischenlager-Umfrage führt in die Irre

Im Auftrag der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH hat ein Marktforschungsinstitut Nachbarn von atomaren Zwischenlagern in Deutschland befragt. Gundremmingen ist mit einer genehmigten Strahlung von 240 Trillionen Becquerel Deutschlands größtes Atommülldepot. Doch die BGZ hat entscheidende Fragen nicht stellen lassen.

Die Fragen führen jedoch laut FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik zu Wischiwaschi-Antworten. Sachgerecht wären andere Fragen:

  • Was schätzen Sie, wie viele Kilogramm Plutonium im Atommülldepot in ihrer Nachbarschaft ungefähr lagern?
  • Meinen Sie, dass dieses Lager auch in kriegerischen Zeiten vor Terroranschlägen sicher ist?
  • Was schätzen Sie, wie viele Jahre es dauert, bis dieser Atommüll so weit abgeklungen ist, dass er nur noch so stark radioaktiv strahlt wie beispielsweise Uran?
  • Sind Sie damit einverstanden, dass entgegen früherer Versprechen die Räumung dieses oberirdischen Zwischenlagers erst Ende dieses oder Anfang kommenden Jahrhunderts geschehen soll?

In Deutschland gibt es 16 Zwischenlager für hochradioaktiven Müll. Alle oberirdisch und alle ohne vertrauenswürdigen Nachweis, dass sie einem nicht auszuschließendem Terroranschlag standhalten würden. Das größte Zwischenlager ist gemessen am radioaktiven Inhalt das Atommülldepot in Gundremmingen. Es hat eine Genehmigung für 240 Trillionen Becquerel. Das sind 240.000.000.000.000.000.000 radioaktive Kernzerfälle pro Sekunde.

Plutonium. In Gundremmingen lagern allein einige hundert Kilogramm Plutonium. Plutonium gilt als übelstes chemisches Element. Es kommt in der Natur praktisch nicht vor und wird erst in den Atomkraftwerken erzeugt. Es strahlt extrem und mit wenigen Kilogramm kann man eine Atombombe bauen.

Quellen:

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „SOLARIFY“ 2024 verfasst! 

Diese Meldung teilen

‹ Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren