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14.11.2019

Chemieriese Lanxess sendet wichtiges Klimaschutzsignal an Chemiebranche und Politik

Germanwatch lobt die soeben veröffentlichte Lanxess-Strategie für Klimaneutralität bis 2040 / Weitere Unternehmen der energieintensiven Industrie sind nun gefordert nachzuziehen.

Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch bewertet die veröffentlichte Klimastrategie des Chemiekonzerns Lanxess als einen beispielgebenden Schritt. „Wir begrüßen die Klimastrategie von Lanxess", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Wenn das fünftgrößte Chemieunternehmen Deutschlands für alle Produktionsstandorte weltweit Klimaneutralität bis 2040 verspricht, ist das ein wichtiges Signal für die Klimatransformation an die gesamte Branche und die Politik."

Germanwatch sieht in weiten Teilen der deutschen Industrie derzeit einen Aufbruch in Richtung klimafreundliche Transformation. Christoph Bals: „Immer mehr Unternehmen verstehen, dass sie nur überleben werden, wenn sie die Herausforderung Klimawandel sehr ernst nehmen und vom Teil des Problems zum Teil der Lösung werden." Auch für die Motivation der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei das ein wichtiger Aspekt.

Strategie für klimaneutrale Zulieferung sollte nächster Schritt sein

„Wir rufen die anderen Unternehmen der chemischen und insgesamt der energieintensiven Industrie auf, nun ebenfalls konkrete Schritte zur Emissionssenkung vorzulegen. Das Ziel muss Treibhausgasneutralität spätestens in den 2040er Jahren und möglichst schon eher sein“, so Bals. Zu einer glaubwürdigen Transformationsstrategie gehöre, dass die Emissionen tatsächlich im Unternehmen reduziert und höchstens eine kleine Restmenge von Emissionen durch qualitativ hochwertige Offset-Zertifikate ausgeglichen wird. Für umfassende Klimaneutralität müsse zudem eine Strategie für klimaneutrale Zulieferung und damit zur Reduktion der oft sehr hohen sogenannten Scope-3-Emissionen entwickelt werden. Bals: „Hier muss auch Lanxess noch weiterarbeiten. Es ist gut, dass der Konzern diese Emissionen bereits berichtet und sich damit positiv von Mitbewerbern absetzt. Für die gesamte chemische Industrie gilt es, mit den Zulieferern den Übergang zu klimaneutralen Vorprodukten zu starten."

Bundesregierung und EU-Kommission sollten Unterstützung leisten

Aus Sicht von Germanwatch sollten auch die Bundesregierung und die neue EU-Kommission die Ankündigung von Lanxess als Signal verstehen. Denn um beim Umbau ihrer Produktion zur Klimaneutralität erfolgreich zu sein, brauchen energieintensive Unternehmen mehr Unterstützung durch die Politik. Dazu gehören auch glaubwürdige und darum ehrgeizigere Klimaziele auf deutscher und EU-Ebene sowie Maßnahmen, um diese Ziele sicher zu erreichen. „Der stockende Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland muss schnell wieder in Fahrt gebracht werden“, so Christoph Bals. „Ohne ausreichend grünen Strom kann die Dekarbonisierung der Schwerindustrie nicht gelingen.“

Hinweis: Germanwatch diskutiert seit 2018 im Klimaschutz-Stakeholderdialog des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) die Frage, wie die notwendige schnelle Transformation der Branche hin zur Treibhausgasneutralität gelingen kann.

Weitere Informationen finden Sie unter www.climateneutral2040.com/de

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Quelle   GERMANWATCH 2019

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