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© Viel zu viele Solaranlagen werden sich selbst überlassen und funktionieren nicht optimal, sagt Gisele Benatto, leitende Forscherin bei DTU Electro. Sie hat an der Entwicklung einer speziell für Drohnen konzipierten Kamera mitgewirkt, die dieses Problem lösen kann. Foto: Thomas Steen Sørensen / DTU

Drohne mit KI entdeckt nun defekte Solarzellen

Ein neues drohnengestütztes Verfahren der Dänischen Technischen Universität (DTU) erkennt selbst kleinste Defekte bei Solarzellen. Diese sind, anders als Schmutz, bisher nicht auf Anhieb zu identifizieren.

Verräterisches Nachglimmen

Die Methode des Teams um Gisele Alves dos Reis Benatto funktioniert nur am frühen Abend, wo die Zellen praktisch keinen Strom mehr erzeugen. Die Forscher der DTU drehen den Spieß gewissermaßen um: Sie speisen Netzstrom in die Solarmodule ein, sodass diese ein sanftes Licht ausstrahlen – jedenfalls die, die nicht defekt sind. Dieses Glimmen zeichnet die Kamera einer darüberfliegenden Drohne auf, die ein ganzes Solarkraftwerk scannt.

Solarfeld mit erkennbaren Defekten: Neue Methode der DTU macht Erkennung möglich (Foto: dtu.dk)

Dunkle Flecken und schwächeres Leuchten als üblich kennzeichnen Störungen an Modulen, die dann umgehend gereinigt, repariert oder ausgetauscht werden, um wieder zum maximalen Stromertrag zurückzukehren. Die Bildauswertung basiert auf Künstlicher Intelligenz (KI), die darauf trainiert ist, nicht nur dunkle Flecken als Fehler zu identifizieren, sondern auch schwächeres Leuchten.

„Es kommt häufig vor, dass ganze Modulreihen über lange Zeiträume keinen Strom produzieren. Große Solaranlagen werden nur alle zwei bis vier Jahre inspiziert, weil es ein teurer und zeitaufwendiger Prozess ist“, unterstreicht Benatto. Den Betreibern stehen dazu bisher keine technischen Hilfsmittel zur Verfügung. Sie müssen sich auf den Augenschein verlassen, der oft trügerisch ist.

Produktion steigt um fünf Prozent

Benatto schätzt, dass eine wenige Jahre alte Anlage, die einmal jährlich inspiziert wird, bis zu zwei Prozent mehr Strom erzeugen könnte, wenn sie jährlich mit der KI-gestützten Drohnentechnik überprüft würde. Bei älteren Anlagen sind es der Wissenschaftlerin zufolge bis zu fünf Prozent.

„Nehmen wir unsere 100-Megawatt-Testanlage in Roskilde als Beispiel: Eine Verbesserung des jährlichen Energieertrags um ein Prozent würde bedeuten, dass wir zusätzlich 230 bis 250 dänische Haushalte ein ganzes Jahr lang mit Strom versorgen könnten“, ergänzt Mahmoud Dhimish, außerordentlicher Professor und KI-Experte der University of the Built Environment.

Warum es zu Störungen in Solaranlagen kommt
Die häufigsten Ursachen für Störungen in Solaranlagen hängen vom Standort und den Umgebungsbedingungen ab.
In Dänemark führen Windlasten zu mechanischen Belastungen der Solarzellen, wodurch diese anfälliger für Beschädigungen werden. Zudem können wachsende Vegetation und Vogelkot, die das Sonnenlicht blockieren, dazu führen, dass sich die Solarzellen erhitzen und der Energieertrag sinkt. Bäume, die bei einem heftigen Sturm umstürzen, können in diesem Zusammenhang eine erhebliche Brandgefahr darstellen.
In Wüstengebieten besteht das größte Problem darin, dass Staubschichten aus Sand das Sonnenlicht auf den Solarmodulen blockieren.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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