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© Fotolia.com | Thermo_i-picture | Schmelzender Eisberg: Es gibt mehr Treibhausgase als bekannt

Manche Klimakiller sind noch nicht im Blick

Ausgerechnet Wasserstoff kann laut führenden US-Wissenschaftlern zur ernsten Gefahr werden.

Methan- und vor allem CO2-Emissionen sind zwar im Visier von Politikern und Forschern, die den Klimawandel aufhalten wollen. Dabei übersehen sie jedoch auch andere Schadstoffe, die für immerhin 15 Prozent der Erderwärmung verantwortlich sind. Das kritisieren US-Klimaforscher und Politiker in einem Beitrag für die Fachzeitschrift „Science“. Dazu gehören Kohlenmonoxid, flüchtige organische Verbindungen, Stickoxide und molekularer Wasserstoff.

Lücken in der Klimapolitik

Im Gegensatz zu traditionellen Treibhausgasen wie CO2 lösen diese Gase chemische Reaktionen in der Atmosphäre aus, die zur Konzentration von Methan und CO2 und dadurch zur Erderwärmung beitragen. Experten untersuchen diese Effekte seit Jahrzehnten, doch wurden die Gase nie in zentrale klimapolitische Rahmenwerke wie das Pariser Abkommen oder die zugrundeliegende UN-Klimarahmenkonvention aufgenommen.

Das bedeutet, dass die meisten Länder die Auswirkungen dieser Gase in ihren Klimazielen und -strategien nicht berücksichtigen und folglich keine Strategien zur Verringerung dieser Emissionen entwickeln. Die Missachtung indirekter Treibhausgase geht auf das vor fast 30 Jahren entworfene Kyoto-Protokoll zurück, das den „Treibhausgas-Korb“ festlegte, der die Klimapolitik bis heute prägt. Damals waren die Klimaauswirkungen indirekter Treibhausgase noch nicht klar.

Faktor für die Erwärmung

„Unter allen vom Menschen verursachten Emissionen, die das Klima verändern, sind indirekte Treibhausgase der drittgrößten Verursacher der Erwärmung, nach CO2 und Methan und noch vor Lachgas, Fluorkohlenwasserstoffen und Ruß“, sagt Ilissa Ocko, leitende Klimawissenschaftlerin bei Spark Climate Solutions. Die Forschungsorganisation bekämpft den Klimawandels. Außerdem war sie bis zum 20. Januar 2025 Beraterin des US-Sonderbeauftragten des Präsidenten für Klimafragen.

Die Schadstoffe seien ein bedeutender Faktor für die Erwärmung, der viel zu lange aus den klimapolitischen Diskussionen ausgeklammert worden sei. „Wenn wir die Erwärmung effektiv und effizient verlangsamen wollen, müssen wir alle Ursachen berücksichtigen, nicht nur die traditionellen Treibhausgase“, ergänzt Steven Hamburg, Chefwissenschaftler bei der Umweltschutzorganisation Environmental Defense Fund.

Hamburg weiter: „Die klimatischen Auswirkungen indirekter Treibhausgase wirken sich bereits erheblich auf das Klima aus, und bei einigen, wie beispielsweise Wasserstoff, könnten ihre Auswirkungen in Zukunft noch erheblich zunehmen. Wasserstoff ist zwar ein wirkungsvolles Instrument zur Dekarbonisierung, aber als winziges, flüchtiges Molekül kann Wasserstoff leicht entweichen und zum Klimawandel beitragen.“

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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