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Nanoplastik macht Eltern sowie Kinder krank

Nanoplastik aus Polystyrol wirkt sich auf die reproduktive Gesundheit von Männern und Frauen unterschiedlich aus. Zudem besteht ein Risiko für sich entwickelnde Kinder, zeigt eine umfassende Review der University of South China.

Die Forscher haben die zu Polystyrol-Nanokunststoffen (PSNPs) vorhandene Forschungsliteratur untersucht. Dazu gehören zum Beispiel auch die häufig eingesetzten Kunststoffe Polystyrol und Styropor. Überprüft worden sind 285 Publikationen. Schließlich wurden 114 Peer-Review-Studien in die Review aufgenommen. Sie konzentrieren sich auf die Reproduktionstoxizität.

Umfassende Auswirkungen

Laut dem korrespondierenden Autor Chunhua Zhan ist die Reproduktionstoxizität von Polystyrol-Nanokunststoffen nicht auf ein einzelnes Organ oder einen biologischen Signalweg beschränkt. Wissenschaftliche Belege von experimentellen Modellen weisen auf Folgen für die männlichen und weiblichen Fortpflanzungssysteme hin. Betroffen sind auch der Embryo und die Entwicklung der Kinder. Details sind in „New Contaminants“ nachzulesen.

Bei Männern wird die PSNP-Belastung mit einer Schädigung der Hoden, einer Störung der Blut-Hoden-Schranke sowie einer geringeren Anzahl und Beweglichkeit der Spermien in Verbindung gebracht. Dazu kommen eine Teratozoospermie, also formveränderte oder fehlerhaft gebildete Spermien im Ejakulat, und Veränderungen der Testosteronwerte.

Bei Frauen belegen die von der University of South China untersuchten Studien eine veränderte Funktion der Eierstöcke, hormonelle Störungen, eine verringerte Follikelreifung und eine geringere Entwicklung von Eizellen. Zusätzlich führt die Belastung zur verringerten Entwicklung von Eizellen und einer verschlechterten Implantation des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut, heißt es.

Nächste Generation betroffen

Die Review macht auch die möglichen Folgen für die nächste Generation sichtbar. Bei unterschiedlichen Tiermodellen steht die PSNP-Belastung mit geringerem Befruchtungserfolg, Entwicklungsstörungen, einer beeinträchtigten Larven- oder Embryonalentwicklung und einem verringerten Überleben in Zusammenhang. Einige Studien weisen sogar darauf hin, dass PSNPs biologische Schutzmechanismen überwinden und die Vorgänge in der Plazenta und beim Embryo beeinflussen.

Auf molekularer Ebene identifizieren die Forscher den oxidativen Stress als den zentralen Mechanismus. Der Kontakt mit PSNP kann die reaktive Sauerstoffspezies steigern. Sie entstehen durch Nebenprodukte des normalen Sauerstoffwechsels auch aufgrund äußerer Belastungen. Zusätzlich kann es zur Störung der zellulären Redox-Balance kommen, also des dynamischen Gleichgewichts zwischen den oxidationsfördernden und -reduzierenden Prozessen in einer Zelle.

Dieser Vorgang könnte wiederum die Signalwege aktivieren, die mit Entzündungen, Zelltod, hormonellen Störungen und Gewebeschäden zusammenhängen. Zudem gehören endokrine Störungen, weitere Entzündungen, die Autophagie, also die zelluläre Müllabfuhr, sowie der programmierte Zelltod zu den betroffenen Bereichen, betonen die Wissenschaftler abschließend.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Moritz Bergmann) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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