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19.06.2019

Wird 2050 schon das Ende der menschlichen Zivilisation sein?

Wirklicher weltweiter Klimaschutz? Aktuell Fehlanzeige. 2018 war das Jahr mit den bisher höchsten globalen Klimagasemissionen weltweit und das, obwohl die Erdatmosphäre mit über 420 ppm so voll mit Klimagasen ist, wie seit vielen Millionen Jahren nicht. 

 30 Jahre Weltklimakonferenzen sind vollkommen wirkungslos verpufft. Die Menschheit macht, mit Ausnahme Millionen aktiver Klimaschützer, mit ihrer Milliardenbevölkerung weiter wie bisher, genauso wie die meisten Regierungen, von Deutschland und Europa über USA und Russland bis hin zu Japan, Saudi-Arabien, Iran u.v.a.m.

Doch was bedeutet denn das „Weitermachen wie bisher“?

Studien z.B. vom Weltklimarat versuchen die Augen zu öffnen indem sie die Welt beschreiben, wenn sie sich weiter von heute 1,1 °C auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau, also dem Pariser Klimaziel aufheizt. Danach würde der Meeresspiegel schon so stark ansteigen, dass Städte wie Miami, New York, Shanghai allmählich und womöglich unwiderruflich unter dem Meeresspeigel verschwinden. Ein Horrorszenario für hunderte Millionen von Menschen. Das 1,5°C Szenario sollte vor allem dazu dienen, der Welt die Augen zu öffnen, dass das 2°C Szenario für die Menschheit unerträglich ist. Doch die Weltgemeinschaft ist mitnichten auf dem Wege zu einer Begrenzung der Erderwärmung auf 2°C oder gar 1,5°C. Die bisher bei den Weltklimakonferenzen angemeldeten Emissionsminderungen der Regierungen der Weltgemeinschaft führen zu einer Erderwärmung von mindestens 3°C, wobei höchst fraglich ist, ob denn die angemeldeten Emissionsreduktionsziele überhaupt eingehalten werden. Die deutsche Regierung ist gerade hierfür ein besonders schlechtes Beispiel, weil ja nicht einmal die eigenen unzulänglichen Emissionsziele eingehalten werden. Eine Erwärmung auf 5°C bis 2100 scheint derzeit am ehesten wahrscheinlich.

Doch was bedeutet denn diese höchstwahrscheinliche Entwicklung in der Welt?

Erstmals hat sich ein Forscherteam um David Spratt & Ian Dunlop aus Australien mit einem solchen Worst-Case-Szenario beschäftigt. Wohlgemerkt, ihre wissenschaftliche Darstellung beschreibt die wahrscheinliche Entwicklung in der Welt, so wie es sich nach aktuellen Beschlusslagen abzeichnen wird.

Ihre Ergebnisse sind niederschmetternd:

  • Eine menschliche Zivilisation wie heute wird es schon 2050 nicht mehr geben. Das ist der Zeitraum wo meine sechs kleinen Enkel gerade im heiratsfähigen Alter sein werden.
  • Der Meeresspeigel könnte 2050 schon über einen halben Meter höher sein als heute und bis 2100 auf zwei bis drei Meter ansteigen. Selbst Städte wie Hamburg oder Amsterdam sind dann längst unbewohnbar.
  • 55% der Menschheit werden in 2050 über 20 Tage im Jahr an Orten leben müssen, an denen die Temperaturen so hoch sind, dass sie der menschliche Organismus nicht überleben kann. Hitzeperioden mit mehr als 100 Tagen jährlich tödlich hoher Temperaturen wird es in Westafrika, im tropischen Südamerika, im mittleren Osten und in Süd-Ost Asien geben. Zur aktuellen Lage: in Nordindien sind gerade Tagestemperaturen um die 50°C, weshalb Menschen daran sterben.
  • Die Jetstreams brechen zusammen, mit dem Effekt, dass Monsunregen in Asien ausfallen werden. Damit vertrocknen teilweise die großen Flüsse Asiens, Bewässerung ist nicht mehr möglich; zusammen mit dem Meeresspiegelanstieg und Überflutungen aus Starkregen ist der Ackerbau in 2050 in weltweiten Teilen heutiger fruchtbarer Gegenden nicht mehr möglich. Die Welternährung von Milliarden Menschen bricht zusammen.
  • Ganze Ökosysteme kollabieren, wie die Korallenriffe, der Amazonasregenwald und die Arktis.
  • Mehr als eine Milliarden Menschen müssen in 2050 umgesiedelt sein, damit sie überleben können.
  • Bewaffnete Konflikte und Kriege zwischen den Nationen wegen Migration, Wasserknappheit, Lebensmittelknappheit nehmen bis 2050 und darüber hinaus massiv zu. Die Gefahr wegen irrationaler Regierungshandlungen selbst zu einem Atomkrieg wächst massiv. Zurecht hat in seinem Vorwort Admiral Chris Barrie, davor gewarnt, dass die Auswirkungen der Klimaveränderungen ähnlich groß sind wie die eines Atomkrieges.

Was gilt es zu tun?

Die Autoren empfehlen eindringlich ein Bewusstsein zu schaffen, die dramatische Lage überhaupt zu erkennen; um daraus dann bis 2030 die Weltökonomie auf Nullemissionen umzustellen, wobei der Energiesektor die entscheidende Rolle spielt (100% Erneuerbare Energien) und gleichzeitig große Kohlenstoffsenken zu schaffen.

Doch wie weit weg wir davon sind, sieht man nicht nur daran, dass dieser Weckruf von Spratt & Dunlop nicht einmal den Weg in die großen deutschen Medien schaffte. Man merkt es auch daran, dass immer noch weite Teile der öffentlichen Diskussion an der Notwendigkeit und Machbarkeit von 100% Erneuerbare Energien bis 2030 zweifelt. Alle diese Menschen treiben so die Auslöschung der menschlichen Zivilisation bis 2050 mit Riesenschritten voran. Wohlgemerkt: Spratt & Dunlop haben nicht irgendein Szenario beschreiben, sondern das wahrscheinlichste, welches die Menschheit erleben wird: Das Ende der Zivilisation bis 2050.

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