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15.06.2018

EU-Einigung für 32% Erneuerbare Energien bis 2030 bedeutet weiteres beschleunigtes Aufheizen der Erde

Die Einigung im sogenannten Trilog von EU-Rat, EU-Kommission und EU-Parlament, den Ausbau der Erneuerbaren Energien auf 32% bis 2030 anzuheben, bedeutet nichts anderes, als dass die Nutzung der klimaschädlichen, schmutzigen und gefährlichen fossilen und atomaren Energien in der EU auch 2030 noch 68% betragen soll. Von Hans-Josef Fell

Weiter werden dann ungeheure Mengen an Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre emittiert und Atommüll produziert. Die Energiekunden werden viel zu hohe Energiekosten zahlen, da der Anteil der inzwischen billigeren Erneuerbaren Energien immer noch auf nur auf 32% kommen soll.

Die EU verabschiedet sich damit endgültig als offensiver Klimaschutzakteur. Notwendig für einen wirksamen Klimaschutz wäre ein Beschluss von 100% Erneuerbaren Energien gewesen, wie ihn bereits einige Länder in der Welt gefasst haben. Doch auf der politischen EU-Ebene wurde ein solches Ziel nicht einmal diskutiert.

Viele lassen sich blenden und bezeichnen die Einigung als Erfolg oder ambitioniert, da sie den heutigen geringen Anteil von 17% Erneuerbare Energien in der EU als Maßstab nehmen. Damit gibt es nicht einmal eine Verdopplung in 12 Jahren. Sie alle übersehen, dass industrielle Wachstumsprozesse vor allem dann, wenn die ökonomischen Grundlagen gegeben sind, disruptiv exponentiell sind, mit Verdopplungszeiträumen von 6 bis 8 Jahren. Die ökonomische Grundlage ist gegeben, da heute die Erneuerbaren Energien die wesentlich billigere Energieoption gegenüber den fossilen und atomaren sind.

Treibende Kraft, die höhere Ziele in der EU verhinderte, war die deutsche Regierung mit dem Verhandlungsführer Wirtschaftsminister Altmaier. Er hat das zwar immer noch sehr schwache aber doch in Greifweite gelegene Ziel von 35% verhindert.

Dabei hat der Trilog sogar beschlossen, in einzelnen Erneuerbaren Energien-Bereichen die Nutzung völlig zu beenden. So soll es ab 2030 ein Importverbot für Palmöl geben. Für nicht nachhaltiges Palmöl z.B. aus Regenwaldabholzungsgebieten ist das richtig, dass aber das Importverbot auch für nachhaltiges Palmöl, z.B. aus Genossenschaften, die sozial gerechte Strukturen  und ökologisch vorbildliche Anbaumethoden anwenden, gilt, ist ein großer Fehler. Er führt nur dazu, dass das klimaschädliche Erdöl weiter genutzt wird, für das es anders als beim Palmöl kein Importverbot gibt, selbst wenn dafür Urwald abgeholzt wird, wie im Yasuni Nationalpark in Ecuador oder in den Ölsandegewinnungsgebieten in borealen Wäldern Kanadas, die durch Abholzungen inzwischen  Mondlandschaften sind. Erdöl kann man nie ökologisch gewinnen und nutzen, Palmöl unter bestimmten Bedingungen sehr wohl.

Ein kleiner Lichtblick ist die Einigung bei der Unterstützung der Bürgerenergien. Immerhin sollen für Anlagen bis 25 kW alle Abgaben, auf die Erzeugung, den Eigenverbrauch und die Vermarktung von Ökostrom, verboten werden. Damit muss die Bundesregierung die Erhebung der EEG-Umlage auf selbst erzeugten Ökostrom aus Anlagen bis 25 kW wieder abschaffen.

Insgesamt wird die Einigung des Trilogs den Herausforderungen der Erdüberhitzung nicht gerecht und hat auch nichts mit ökonomischer Vernunft angesichts billiger Erneuerbaren Energien zu tun. Es bleibt nun den EU-Bürgern und EU-Firmen überlassen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien in der EU bis 2030 weit über 32% hinaus in Richtung 100% zu steigern. Jeder der hier nicht mitmacht, ist dann selbst schuld, wenn er weiterhin hohe Preise für fossile und atomare Energien zahlt. Die ökonomische Kraft hinter den Erneuerbaren Energien dürfte in den nächsten Jahren so hoch sein, dass auch in der EU der Anteil weit über 32% wachsen wird. Damit würden die EU-Bürger und Bürgerinnen alle nachträglich blamieren, die heute von einem erfolgreichen und ambitionierten Erneuerbare Energien-Ziel der EU reden.

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