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21.10.2016

Frankreich: EDF legt fünf Atomkraftwerke still

Die französische Atomaufsicht überprüft außerplanmäßig mehrere Kernkraftwerke auf die Funktionstüchtigkeit und Stabilität ihrer Dampferzeuger. Betroffen ist auch der Reaktor 1 des AKW Fessenheim, das seit Jahren immer wieder Probleme verursacht.

Erst Anfang Oktober kam ein durch Greenpeace beauftragtes Gutachten zu dem Ergebnis, dass in Frankreich bei insgesamt 107 Bauteilen an 14 AKW-Standorten mangelhafter Stahl in relevanten Bauteilen verwendet wurde. Nur wenige Wochen später muss der französische Energiekonzern EDF nun tatsächlich fünf unterschiedliche Kernkraftwerke vorübergehend stilllegen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Innerhalb von drei Monaten werde jetzt die Funktionstüchtigkeit mehrerer Dampferzeuger untersucht.

Ebenfalls betroffen sei auch das grenznah gelegene Kernkraftwerk Fessenheim. Seit Monaten ist der Reaktor 2 aufgrund von Mängeln bei der Stahlherstellung stillgelegt, die Atomaufsicht entzog ihm sogar ein Prüfzertifikat. Nun soll aus den gleichen Gründen auch der Reaktor 1 überprüft werden.

Bereits im April 2014 kam es bei dem AKW Fessenheim zu einem Unfall der zu einer Notabschaltung führte, da der Reaktor nicht mehr gesteuert werden konnte. Seit langem wird bereits über die endgültige Schließung des Kraftwerks diskutiert. Es stellt sich inzwischen die Frage, wie viele Pannen und Probleme es noch geben muss, bis die Reaktoren von Fessenheim für immer vom Netz gehen.

Sicherheitsmängel an den Dampferzeugern

Die von der französischen Atomaufsicht verordnete Überprüfung betrifft dabei ein für die Sicherheit äußerst wichtiges Bauteil der Kernkraftwerke. Ausgerechnet an den Dampferzeugern könnte mangelhaft verarbeiteter Stahl verwendet worden sein. Aufgrund einer zu hohen Kohlenstoffkonzentration könne der Stahl bei einer zu starken Beanspruchung bersten, zeigte das Gutachten des Londoner Ingenieurbüros John Large.

Bislang konnten die Kohlenstoff-Anomalien an den Dampferzeugern bei insgesamt 19 Reaktoren nachgewiesen werden. Dabei handle es sich deswegen um eine besonders gefährliche Schwachstelle, da ein Versagen eines Dampferzeugers zum Ausfallen der Kühlung führen und damit eine Kernschmelze verursachen könnte. Die französischen Atomkraftwerke seien „eine akute Gefahr für Millionen Europäer“, sagt Greenpeace-Atomexpertin Susanne Neubronner.

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Quelle   energiezukunft.eu | jk 2016

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