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28.11.2018

Das Ende von Briefkastenwerbung in Deutschland

Letzte Werbung verschickt 33,7 Mio. "Keine Werbung" Aufkleber. Deutschland wirft jährlich 40.000 Tonnen Coffee-to-Go-Becher weg. Das fünfzigfache davon landet jährlich in Form von Werbung im Briefkasten.

Das will die Initiative Letzte Werbung durch eine ungewöhnliche Umweltschutzaktion nun ändern. Am 28. November erhalten die ersten 36.904 Haushalte in Hamburg und Olpe einen kostenlosen "Keine Werbung" Aufkleber. Unterstützt wird Letzte Werbung von Ecosia, der Suchmaschine, die Bäume pflanzt, und der eyeo GmbH.

"Noch nie war es so einfach, aktiv etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Sticker an den Briefkasten geklebt und schon hat man seinen Papierverbrauch um 7% reduziert" so Sebastian Sielmann, Initiator von Letzte Werbung, einer Non-Profit Organisation, die sich gegen Verschwendung von Papier einsetzt. Den Versand Ende November zu starten war eine bewusste Entscheidung, die auch in Zusammenarbeit mit Postboten getroffen wurde. Denn gerade in der Vorweihnachtszeit wird das Werbeaufkommen für sie zur Zerreißprobe. "Jede Woche erreichen uns Hilferufe von überlasteten Briefträgern, die die Aufkleber sogar selbst verteilen würden." kommentiert Sielmann.

Die Umweltfolgen der Werbepost

Jeder deutsche Haushalt ohne “Bitte keine Werbung” Aufkleber erhält 33 Kilounadressierte Werbung im Jahr. ( Studie der Friedrich Schiller Universität Jena2015)


© letzte-werbung.de

Ca. 33 Kilo nicht-adressierte Werbepost bekommt jeder Haushalt im Jahr. In ganz Deutschland landen etwa 1,11 Mio. Tonnen Papier im Briefkasten, für deren Herstellung 14 Mrd. Liter Wasser verbraucht und 1 Mio. Tonnen CO2 ausgestoßen wurden. Um den deutschen Papierhunger zu stillen, werden Urwälder abgeholzt, zum Beispiel in Rumänien, Indonesien und Kanada, oder Forstplantagen bewirtschaftet. Die Tiere können in den Monokulturen nicht überleben und sterben aus. Somit lässt sich eine direkte Verbindung zwischen Werbepost und Artensterben nachweisen.

Die Produktion von 33 kg Werbung benötigt:

  • 48,4 Kilo Holzfrischfasern
  • 13,2 Kilo Altpapier
  • 1265 Liter Wasser132 Kilowatt Energie
  • …. und produziert 33 Kilo CO².85 bis 90 Prozent der Werbung wird ungelesen weggeworfen. (Quelle: BUND2007)

Christian Kroll, CEO von Ecosia, über die Aktion: "Unerwünschte Werbung in der Post bedeutet Verschwendung von Papier und damit von Bäumen. Als Suchmaschine, die Bäume pflanzt, ist sich Ecosia dem Mehrwert von Bäumen bewusst. Bäume ziehen CO2 aus der Luft, den Haupttreiber des Klimawandels. Wir konnten weltweit schon über 40 Millionen Bäume pflanzen. Aber wir müssen nicht nur neue Bäume fördern, sondern auch bereits bestehende Wälder schützen. Deshalb freuen wir uns "Letzte Werbung" dabei zu helfen, Deutschland vor unerwünschter Werbung und damit einhergehender Papierverschwendung zu bewahren."

Die Initiatoren haben sich mit ihrer Aktion viel vorgenommen. Nach und nach sollen in weiteren Städten die Aufkleber verteilt und das Bewusstsein dafür gehoben werden, dass Papier eine wertvolle Ressource ist, für deren Herstellung viel Wasser, Energie und Holz verbraucht wird. Für den Fall, dass man trotz Aufkleber weiterhin Werbung erhält, bietet Letzte Werbung eine kostenlose Beschwerde-App auf ihrer Website an, die den Verstoß automatisch an das werbetreibende Unternehmen meldet.

“Ach nö, ich habe trotzdem was im Briefkasten!”
VerbraucherInnen wird es mit dem Aufkleber so leicht wie möglich gemacht,nicht-angeforderte Reklame zu verweigern, denn dieser ist rechtlich bindend.Sollte man die Werbung weiterhin erhalten, gibt es eine Beschwerde App vonLetzte Werbung, die automatisch eine Meldung an das WerbetreibendeUnternehmen sendet. Mehr Informationen gibt es dazu auf www.letzte-werbung.de/melder.

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Quelle   "Letzte Werbung" ist eine Non-Profit Organisation mit Sitz Berlin. Mehr als 20 freiwillige Helfer in ganz Deutschland arbeiten daran, den Papierverbrauch deutscher Haushalte da zu reduzieren, wo es niemanden wehtut: bei nicht-adressierter Werbepost. Ab November 2018 werden 33,7 Mio "Keine Werbung" Aufkleber verschickt. Finanziert wird das Projekt durch eine letzte Werbung, die dem Aufkleber beiliegt. Mehr Informationen gibt es unter www.letzte-werbung.de.

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