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29.04.2019

Jetzt fängt das Aufräumen in Fukushima erst richtig an

Acht Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima trauen sich Experten an die Bergung der ersten von über 1.500 hochradioaktiven Brennstäbe.

Die ersten unbeschädigten Brennstäbe hatten Arbeiter bereits in der vergangenen Woche aus dem Abklingbecken in Reaktor 3 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi geholt. Dort lagern insgesamt 566 der abgebrannten oder ungenutzten Rohre, die mit Brennstoffen wie Uran oder Plutonium gefüllt sind.

Bis Ende März 2021, so der Plan des Betreibers Tepco, sollen die Brennstäbe mit Hilfe eines ferngesteuerten Krans nach und nach herausgeholt und in einem sicheren Abklingbecken auf dem Gelände gelagert werden. Einen genauen Zeitplan für die Bergung der weiteren gut 1.000 Brennstäbe aus den beiden anderen Unglücksreaktoren gibt es noch nicht. Erste Planungen gehen von den Jahren 2022 und 2023 aus.

Ursprünglich sollte mit der Bergung bereits vor vier Jahren begonnen werden. Probleme mit den ferngesteuerten Geräten und die extrem hohe Strahlung hatten das verhindert. Zudem verzögerte die Bergung von Trümmerteilen den Einsatz. Schwierigkeiten gibt es auch mit Staub, der immer wieder aufgewirbelt wird und die radioaktive Strahlung verstärkt.

Bergung Jahrelang vorbereitet
Der nun beginnenden Bergung sind Jahre der Vorbereitung vorausgegangen. Zunächst mussten große Trümmerteile aus dem Weg geräumt werden – kein leichtes Unterfangen angesichts der extremen Strahlenbelastung. Ein Strahlenschutzsystem wurde aufgebaut und immer wieder Bereiche dekontaminiert. Im letzten Schritt errichteten die Arbeiter eine kuppelartige Spezialabdeckung für den havarierten Reaktor 3, für die Bergung wurden ein Kran und weitere Bergungsmaschinen installiert.

Die Strahlung ist für Menschen zu hoch
Am 11. März 2011 kam es in Folge eines Erdbebens und Tsunamis an der japanischen Ostküste zu dem größten Atomunfall seit Tschernobyl 1986. In den Reaktoren 1 bis 3 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi kam es zu Kernschmelzen, 160.000 Menschen mussten fliehen. Rund 30.000 Anwohner sind noch immer nicht zurück in ihren Häusern.

Aufgrund der enormen Strahlung in den Unglücksreaktoren können fast ausnahmslos ferngesteuerte Maschinen, Roboter oder Drohnen eingesetzt werden. Schwieriger als die 1.500 Brennstäbe aus den Abklingbecken herauszuholen, dürfte die Bergung der geschmolzenen Brennstoffe in den Reaktoren werden. Wie das technisch funktionieren soll, ist noch vollkommen offen.

Die Liste der Probleme bleibt lang
Zudem kämpft Tepco seit der Katastrophe mit großen Massen radioaktiv verseuchten Wassers, das zur Kühlung der beschädigten Reaktoren und Brennstäbe verwendet wird. Immer wieder gibt es Berichte über Lecks, verseuchtes Wasser musste ins Meer geleitet werden und langsam wird der Platz auf dem Gelände für die großen Wassertanks knapp.

Nach Angaben von Tepco arbeiten derzeit 5.500 Arbeiter an Sicherung, Bergung und Stilllegung des Atomkraftwerks Fukushima. Die japanische Regierung schätzte zuletzt im Jahr 2016 die Gesamtkosten der Reaktorkatastrophe auf 21,5 Billionen Yen, fast 170 Milliarden Euro. Die Stilllegung wird noch 30 bis 40 Jahre dauern

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Quelle   NATURSTROM AG | 2019

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