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24.07.2015

Windenergieanlage: Keine Gefahr für Vögel und Fledermäuse

Die grösste Windenergieanlage der Schweiz in Haldenstein im Kanton Graubünden birgt dank einem Überwachungssystem mit Abschreckfunktion keine Gefahr für Vögel und Fledermäuse. Das zeigt eine zweijährige Studie, die auch ähnliche Erfahrungen im Ausland bestätigt.

Die Windenergieanlage Calandawind im bündnerischen Haldenstein ist inklusive Rotorblätter 175 Meter hoch. Damit ist sie die höchste Anlage der Schweiz. Die Windkraftanlage produziert jährlich rund 4.5 Mio. Kilowattstunden Strom. Das entspricht ungefähr dem jährlichen Strombedarf der über 1000 Haldensteinerinnen und Haldensteiner.

Vögel nähern sich nicht
Die Windkraftanlage wurde mit den Systemen DTBird und DTBat ausgerüstet, die die Kollision mit Vögeln und Fledermäusen verhindern sollen. Die Resultate der Studie zeigen nun, dass die beiden Systeme funktionieren: Die Vögel umfliegen die Anlage mit einem Abstand von über 100 Meter. Dies ergab eine Studie des Bundesamts für Energie, des Bundesamts für Umwelt, der Vogelwarte Sempach, eines Fledermausspezialisten, eines Anbieters für technische Überwachungsanlagen und des Anlagebetreibers Calandawind. Während der zweijährigen Studie wurde keine Kollision registriert. Die Studie „Untersuchung zur Effektivität der Fledermaus- und Vogeldetektion der DTBat- und DTBird-Systeme der Calandawind-Turbine“ belegt, dass die Windkraftanlage keine Gefahr für Vögel birgt.

Auch fledermaustauglich
Aus der Studie geht auch hervor, dass die Anlage dank dem DTBat und dank der Abschaltung während sensibler Stunden keine wesentliche Gefahr für Fledermäuse darstellt. Zudem zeigen die Daten, dass hohe Windkraftanlagen für Fledermäuse weniger gefährlich sind als niedrigere, denn nur wenige Fledermausarten erreichen Flughöhen über 30 Meter.

Immer noch in roter Zone
Bei der Planung der Anlage in Haldenstein warnten die Vertreterinnen und Vertreter des Vogelschutzes ausdrücklich vor der Realisierung der Anlage, da sich die Anlage in einem hochsensiblen Gebiet befände. Der Standort der Anlage liegt auf der aktuellen Konfliktpotenzialkarte Windenergie – Teilbereich Brutvögel immer noch im Randbereich eines Gebiets der Kategorie „Konfliktpotenzial sehr gross“. Die Vogelwarte empfiehlt, solche Gebiete von einer Windprojektplanung auszuschliessen.

Bestätigt Erfahrungen aus Deutschland
Die Studie bestätigt damit die Erfahrungen aus Deutschland, dass die Nutzung der Windenergie insgesamt nur geringe Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse hat. So sind die ursprünglich befürchteten Minimierungen der Vogel-Populationen durch Windenergieanlagen trotz des sehr dynamischen Ausbaus nicht eingetreten. Parallel zur äusserst dynamischen Entwicklung der Windenergie seit 1990 sind in Deutschland die Bestände von Wanderfalke, Uhu, Seeadler sowie rastenden Gänsen und Singschwänen gewachsen – und dies auch in Gebieten, in denen die Windenergie stark ausgebaut wurde. Auch die grossen Naturschutzorganisationen Baden-Württembergs – NABU und BUND – stellen fest, dass „im Vergleich zur fossilen und atomaren Energieerzeugung die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt bei guter Standortwahl  deutlich geringer sind“.

DTBird und DTBat
Die mit Kameras und Mikrofonen ausgestatteten Systeme DTBird und DTBat können fliegende Vögel und Fledermäuse automatisch und unbeaufsichtigt in Echtzeit erfassen und im Falle eines Kollisionsrisikos selbständig Aktivitäten setzen, die von leichter über starke Abschreckung bis hin zur Abschaltung der Windräder reichen. Das optische Erkennungssystem verwendet Bildverarbeitungsverfahren, wie sie in militärischen Anwendungen eingesetzt werden.

Weitere Auskünfte: Reto Rigassi, Geschäftsführer Suisse Eole, 061 965 99 19 oder 079 349 90 25

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Quelle   Suisse Eole 2015

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