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27.11.2017

Elektroautos: Industrie befürchtet Engpässe

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat vor Rohstoff-Engpässen durch die steigende Anzahl von Elektroautos gewarnt.

"Der Bedarf wächst schneller als die Kapazitäten bei der Förderung", sagte BDI-Rohstoffexperte Matthias Wachter der Zeitung Welt am Sonntag. Die Deutsche Rohstoffagentur (Dera), die zur Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe gehört, wies ebenfalls in der Welt am Sonntag darauf hin, dass Deutschland bei den Rohstoffen für Elektroauto-Batterien völlig auf Importe angewiesen sei.

Durch die in E-Autos verbauten Batterien wird die Nachfrage nach manchen Rohstoffen dem Freiburger Öko-Institut zufolge um das Fünfzehnfache steigen. Die wichtigsten Rohstoffe für Lithium-Ionen-Akkus, die in Elektroautos verbaut werden, sind Kobalt, Lithium und Graphit. Mit einem Marktanteil von 60 Prozent kommt Kobalt vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo. Menschenrechtsorganisationen kritisieren unter anderem die Kinderarbeit in dortigen Kobalt-Minen. Graphit hingegen wird in mehreren Ländern abgebaut, wobei China den Markt anführt.

Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (Grüne) kritisierte die Äußerungen des BDI: "Die deutsche Industrie hat den globalen Megatrend bei der Batterietechnik komplett verschlafen." Es sei eine Bankrotterklärung, jetzt die Importabhängigkeit zu beklagen, zumal Deutschland bei nahezu allen Rohstoffen auf Importe angewiesen sei. Der BDI betone diese Abhängigkeit immer nur, wenn es um Elektroautos und erneuerbare Energien gehe. Statt "rumzujammern", so Krischer, solle die Industrie Batterien entwickeln, die ohne seltene Metalle auskommen.

Vorschläge, wie der Rohstoffverbrauch reduziert werden kann, gibt es schon: Das Öko-Institut kommt in einer Studie für den Thinktank Agora Energiewende zu dem Ergebnis, dass vor allem mehr Rohstoffe recycelt werden müssen. Dafür fordert der Thinktank die Weiterentwicklung der europäischen Batterierichtlinie und den Aufbau eines weltweiten Recyclingsystems für Lithium-Ionen-Akkus. Außerdem fordert Agora Energiewende Umwelt- und Sozialstandards für die Rohstoffförderung, beispielsweise für die Kobaltförderung im Kongo.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (fme) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden!   

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