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02.11.2018

Energiewende: Nutzen übersteigt Kosten klar

"Kohleausstieg ist klimapolitisch nötig, energiewirtschaftlich sinnvoll sowie technisch machbar"

Der Kohleausstieg ist klimapolitisch notwendig, energiewirtschaftlich sinnvoll sowie technisch und wirtschaftlich machbar. Die sukzessive Stilllegung der Kraftwerke nach festgelegter Reihenfolge ermöglicht höchstes Maß an Steuerbarkeit und schafft den notwendigen Vorlauf für regionale Strukturentwicklung." Zu dem Schluss kommt eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), dem Ecologic Institut und dem Wuppertal Institut. Auch würde der Nutzen die Transformationskosten bei weitem übersteigen.

Kompletter Kohleausstieg gefordert

Kohlekraftwerke sind für knapp 40 Prozent des erzeugten Stromes und circa 80 Prozent der CO2-Emissionen des deutschen Stromsektors verantwortlich. "Um die Ziele aus dem Klimaschutzplan der Bundesregierung aus 2016 einzuhalten, muss und kann eine deutliche Reduzierung der Kohleverstromung einen entscheidenden Beitrag leisten und es ist mittelfristig ein vollständiger Kohleausstieg erforderlich", sagt Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am DIW Berlin.

Der Klimaschutzplan sieht für die Energiewirtschaft bis zum Jahr 2030 eine Minderung der CO2-Emissionen von 60 bis 62 Prozent gegenüber 1990 vor. Dass diese Ziele tatsächlich erreichbar sind, hatten Fraunhofer-Forscher zuletzt in der neuen, von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie "2030 kohlefrei" berichtet ("Deutschland: Kohleausstieg bis 2030 machbar"). "Ein anderer zentraler Befund ist, dass der Nutzen eines Kohleausstiegs bei weitem die Kosten übersteigt auch, weil der Kohleausstieg neue wirtschaftliche Chancen eröffnet", so Kemfert.

Technologien heute bereits vorhanden

Durch einen Kohleausstieg in Deutschland würden notwendige Investitionen in den Bereichen Nachfragemanagement, Speicher, Power-to-X-Anwendungen und Effizienztechnologien angereizt werden, unterstreichen die Wissenschaftler in ihrem Bericht. Weiterhin könne eine Reduzierung der Kohleverstromung an einigen Stellen zu einer deutlichen Entlastung der Netzsituation führen, heißt es weiter. Aktuell sind noch rund 18.500 Personen direkt in den Braunkohlekraftwerken und -tagebauen beschäftigt; weitere 4.000 bis 8.000 Menschen arbeiten in den Steinkohlekraftwerken.

Die Studien- und Forschungslage zeigt, dass die für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung notwendigen Technologien heute vorhanden sind beziehungsweise deren Entwicklung so weit fortgeschritten ist, dass sie rechtzeitig zum Einsatz kommen können. Die Kosten für Wind- und Solarstrom liegen heute in etwa gleich auf oder sogar unter denen aus neuen fossilen Kraftwerken. Auch die Verfügbarkeit von Energiespeichern stellt keinen Engpass für den Kohleausstieg dar.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion "pressetext.com“ (Florian Fügemann) 2018 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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