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Gesetzentwurf zur Kraftwerksstrategie ist Freifahrtschein für fossile Gaskraftwerke

Einseitige Vorgaben zur Verwendung europäischer Komponenten benachteiligen Batteriespeicher. Kriterien für Wasserstoff-Umstellung viel zu schwammig.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch sieht im heute vom Kabinett beschlossenen Entwurf des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes (StromVKG) zur Kraftwerksstrategie eine gefährliche Verstetigung fossiler Abhängigkeiten. Aus Sicht von Germanwatch setzt der Entwurf einseitig auf die Förderung von fossilen Gaskraftwerken und benachteiligt systematisch klimaneutrale Lösungen wie Batteriespeicher und flexible Nachfrage.

Simon Schreck, Referent für Wasserstoff und Klimaneutralität bei Germanwatch, erläutert: „Insbesondere das Resilienzkriterium benachteiligt Batteriespeicher massiv gegenüber Gaskraftwerken. Es schreibt vor, dass 50 Prozent der Anlagenkomponenten Made in Europe sein müssen. Wenn Resilienzvorgaben gemacht werden, dann dürfen sie sich nicht nur auf die Anlagenkomponenten beziehen, sondern müssen auch die Betriebsmittel einbeziehen. Für Gaskraftwerke werden bei Erdgasbetrieb nahezu 100 Prozent der Betriebsmittel importiert. Diese Abhängigkeit ist dauerhaft, während ein einmal gelieferter Speicher für viele Jahre seine Arbeit tut – ganz unabhängig von einer Straße von Hormus oder Konflikten mit autokratisch regierten Staaten.“

Auch die „H2-ready“-Vorgaben für Kraftwerke im Gesetzentwurf greifen aus Sicht von Germanwatch zu kurz. Schreck: „Der Begriff H2-ready wird im Entwurf maximal schwammig definiert. Es bleibt offen, wie und durch wen diese Wasserstofffähigkeit nachgewiesen werden muss. Faktisch kann damit jedes fossile Gaskraftwerk bei den Ausschreibungen einen Zuschlag erhalten. Der Gesetzentwurf sollte stattdessen die Verwendung von unabhängigen einheitlichen Prüf- und Zertifizierungsstandards für „H2-ready“ vorschreiben, die auch eine wirtschaftliche Bewertung der Umrüstungskosten ermöglichen. Unabhängige Stellen bieten schon heute diese Prüfungen und Zertifizierung an.“

Factsheet: H2-ready ≠ wasserstofffähig

Quelle

Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch 2026

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