‹ Zurück zur Übersicht
Fotolia.com | Blasius Mrowiec

© Fotolia.com | Blasius-Mrowiec

Sudan verliert Ackerland von der Größe der Schweiz

World Vision: Satellitenbilder belegen systematische Zerstörung der Lebensgrundlagen im Sudan.

Der Krieg im Sudan zerstört zunehmend die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Seit Beginn der bewaffneten Konflikte im Jahr 2023 sind landwirtschaftlich nutzbare Flächen in der Größe der Schweiz verloren gegangen. Das zeigen Satellitenbilder, die im Auftrag der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision entstanden sind.  

Die Organisation vergleicht in ihrem neuen Sudan-Report „Fruchtlose Erde“ Satellitenbilder von 2023 mit Bildern der gleichen Flächen im Jahr 2025. Sie zeigen, dass fast 40.000 Quadratkilometer nicht mehr bestellt werden und zunehmend verwildern. Das verschärft die bereits schwerste humanitäre Krise der Welt weiter.


 
Krieg statt Dürre: Warum immer mehr Ackerland verloren geht  
Satellitenbilder zeigen den Verlust landwirtschaftlicher Fläche im Sudan
Die Bilder zeigen deutlich, dass nicht etwa Trockenperioden für den Verlust landwirtschaftlicher Fläche verantwortlich sind. Flüsse und Seen sind auf den untersuchten Aufnahmen sowohl 2023 als auch 2025 mit Wasser gefüllt. Vertreibungen der Zivilbevölkerung durch militärische Konflikte gelten als Hauptgrund für den Verlust landwirtschaftlicher Flächen.

Zudem wurden Bewässerungssysteme bei Angriffen zerstört. Zusätzlich erschweren stark gestiegene Preise für Dünger und Treibstoffe den Anbau von Nahrungsmitteln. 

Fiona Uellendahl, Politikexpertin bei World Vision Deutschland: „Die verheerenden Folgen des Konflikts auf die Landwirtschaft wirken sich auch langfristig aus. Die Felder können nicht einfach wieder bestellt werden, denn es fehlt an landwirtschaftlichem Gerät und Saatgut. Die Menschen haben keine Reserven mehr. Es droht eine Ausweitung und ein Fortdauern der Hungerkrise, auch über ein mögliches Kriegsende hinaus.“ 

Simon Mane, Landesdirektor von World Vision im Sudan: „Diese Krise raubt den Menschen mehr als nur ihre täglichen Mahlzeiten – sie raubt den Kindern ihre Zukunft. Unterernährung, Krankheiten und Vertreibung führen dazu, dass Kinder lebenslange körperliche und psychische Schäden davontragen. Kinder werden zu schwach, um herkömmliche Krankheiten zu überstehen. Erkrankungen, die im Grunde leicht behandelbar wären, enden nun tödlich.“

Warum die weltweit größte Hungerkrise kaum wahrgenommen wird 

Ekkehard Forberg, Politikexperte bei World Vision, fordert angesichts des enormen Leids der Zivilbevölkerung mehr internationalen Druck auf die Kriegsparteien: „Der Konflikt im Sudan wird auch von Regierungen außerhalb des Landes getrieben. Es geht um geostrategischen Einfluss, um wirtschaftliche und militärische Interessen. Dass sich dadurch die weltweit schlimmste humanitäre Katastrophe noch weiter verschärft, darf der internationalen Gemeinschaft nicht egal sein. Alle Beteiligten müssen an den Verhandlungstisch.“ 

World Vision ist seit 2004 im Sudan aktiv und leistet Nothilfe unter anderem in den Bereichen mobile Gesundheitsversorgung und Nahrungsmittelhilfe. Die Kinderhilfsorganisation bietet außerdem psychosoziale Betreuung und Bildungsmaßnahmen an.

Quelle

World Vision 2026

Diese Meldung teilen

‹ Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren