Gebäudemodernisierungsgesetz: Neuer Heizhammer
Mit ihren jüngsten Korrekturen am Entwurf für das neue Heizungsgesetz schafft Schwarz-Rot weitere Verwirrung. Unklare Vorgaben und weniger Förderung – damit sendet die Regierung das denkbar schlechteste Signal.
Habecks „Heizhammer“ muss weg. Das hat die Union in den Koalitionsgesprächen mit der SPD vor gut einem Jahr durchgesetzt. Aus dem bisherigen Gebäudeenergiegesetz soll ein Gebäudemodernisierungsgesetz werden, das „technologieoffener, flexibler und einfacher“ ist.
Doch auch mit ihren jüngsten Korrekturen am Gesetzentwurf schafft die Koalition beim Heizen keine Klarheit, sondern neue Verwirrung. Tatsächlich droht daraus ein Regelwerk zu werden, das die Wärmewende erneut ausbremst.
Im Heizungsgesetz soll das Enddatum für den Betrieb fossiler Heizungen, nämlich das Jahr 2045, gestrichen werden. Zugleich will die Koalition dieselbe Regel in einem weiteren Gesetz zur „Grüngas-Quote“ wieder einführen. Das ist kein pragmatischer Kurs, sondern ein politisches Verwirrspiel.
Wer heute eine neue Gas- oder Ölheizung einbauen lässt, braucht keine widersprüchlichen Signale, sondern eine klare Antwort auf die Frage: Wird diese Anlage in 15 oder 20 Jahren noch bezahlbar sein?
Die Antwort lautet sehr wahrscheinlich: nein. Denn die Idee, fossile Heizungen später einfach mit Biomethan oder „Bioöl“ weiterlaufen zu lassen, ist eine gefährliche Illusion.
Diese Stoffe sind knapp, teuer und werden in Zukunft dort gebraucht, wo es kaum Alternativen gibt – etwa in Teilen der Industrie oder in Gaskraftwerken zur Absicherung des Stromsystems. Sie massenhaft in Heizungskellern zu verbrennen, wäre weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll.
Dass künftig sogar mehr Mais für Biogas genutzt werden darf, verschärft das Problem. Mehr Energiepflanzen bedeuten mehr Druck auf Äcker, Natur und Lebensmittelproduktion.
Morgen doppelt zahlen
Für die Haushalte kann diese Politik zur Kostenfalle werden. Gas- und Ölheizungen mögen beim Einbau zunächst vertraut und günstig erscheinen.
Doch Erdgas und Erdöl werden bald durch steigende CO2-Preise belastet, zudem drohen höhere Kosten fürs Gasnetz, weil diese auf immer weniger Kundinnen und Kunden umgelegt werden müssen, und grüne Brennstoffe sind ohnehin teuer. Wer heute aus Unsicherheit bei fossiler Technik bleibt, wird morgen doppelt zahlen.
Umso fataler ist, dass die Regierung gleichzeitig die Förderung für den Heizungstausch kürzen will. Zwar ist eine stärkere soziale Staffelung richtig. Haushalte mit wenig Geld brauchen die höchste Unterstützung.
Doch wenn die Zuschüsse insgesamt sinken, während die gesetzlichen Vorgaben unklarer werden, sendet die Koalition das denkbar schlechteste Signal: Wartet lieber ab. Genau das hat den Heizungs- und vor allem den Wärmepumpen-Markt schon einmal einbrechen lassen.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Joachim Wille) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden!







