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© In Südkorea produzieren 26 Atomreaktoren an vier Standorten rund 30 Prozent des Stroms. Nun möchte das Land zum AKW-Exporteur werden. (Bild: IAEA/​Wikimedia Commons)

US-koreanische AKW-Pläne: Südkorea soll Trumps Atompläne finanzieren

Seoul hat sich bereit erklärt, Milliarden in die Energieversorgung der USA zu investieren. Acht große AKW-Blöcke sind laut der Trump-Regierung geplant – ob sie tatsächlich entstehen werden, ist noch offen.

Die USA wollen wieder Atomkraftwerke bauen, und Südkorea soll dabei kräftig mitfinanzieren. Beide Länder haben einen Rahmen für den Bau von acht großen Reaktoren vereinbart. Dafür sind bis zu 120 Milliarden Dollar vorgesehen. US-Handelsminister Howard Lutnick hat Ohio, Tennessee, South Carolina und Kentucky als Standorte benannt.

Das Vorhaben gehört zu einem Investitionspaket, das Seoul unter dem Druck der US-Zollpolitik zugesagt hat. Präsident Donald Trump präsentiert es als Erfolg seiner Strategie, ausländisches Kapital für die US-Wirtschaft zu mobilisieren. 

Insgesamt umfasst die Zusage 350 Milliarden Dollar, davon 150 Milliarden für den Schiffbau und 200 Milliarden für strategische Investitionen. Im Gegenzug wurden US-Zölle auf viele südkoreanische Waren auf 15 Prozent gesenkt.

Neben den Atomprojekten steht ein Gaskraftwerk in Texas für 22 Milliarden Dollar auf dem Programm. Seine Leistung von knapp 6.500 Megawatt soll vor allem den Stromhunger von KI-Rechenzentren decken. Ein erster Teil soll 2029, die gesamte Anlage 2032 in Betrieb gehen. Des Weiteren geht es um ein Flüssigerdgas-Projekt in Alaska.

Kostenexplosion bei letzten AKW-Projekten in USA 

Das Atomprogramm sieht sechs AP1000-Reaktoren des US-Unternehmens Westinghouse und zwei südkoreanische APR‑1400 vor. Koreanische Firmen sollen Bauleistungen und Ausrüstung liefern.

Seoul erhofft sich davon Zugang zum US-Markt und bessere Chancen für weitere Exporte. Auch eine Beteiligung an Westinghouse wird angestrebt.

Der Finanzrahmen enthält 100 Milliarden Dollar für den Bau und 20 Milliarden als Reserve. Vor endgültigen Investitionsentscheidungen will Seoul die Wirtschaftlichkeit jedes Projekts prüfen.

Wie groß der Sprung bei der Atomkraft wäre, zeigt die bisherige US-Bilanz. Laut dem aktuellen World Nuclear Industry Status Report (WNISR) war der Neubau zuletzt minimal.

Die beiden Blöcke Vogtle 3 und 4 in Georgia, 2023 und 2024 in Betrieb gegangen, waren die einzigen Reaktoren, deren Bau in diesem Jahrhundert begonnen und abgeschlossen wurde. Sie kosteten statt ursprünglich geplanter 14 Milliarden rund 35 Milliarden Dollar und wurden Jahre später fertig als vorgesehen.

Südkoreas Industrieminister Kim Jung-kwan setzt darauf, dass die Erfahrung koreanischer Bauunternehmen solche Kostensteigerungen begrenzt. Ob dies unter US-Bedingungen gelingt, ist offen.

„Vorschnelle Falschdarstellung der Trump-Administration“ 

WNISR-Herausgeber Mycle Schneider sagte dazu gegenüber Klimareporter°: „Bisher sieht es so aus, als ob die Trump-Administration wieder einmal vorschnell den Stand von bilateralen Verhandlungen falsch darstellt.“

Tatsächlich sei nach aktuellen Berichten nur ein Gasprojekt in Texas mehr oder weniger ausverhandelt, so Schneider. Kein einziges Atomprojekt sei bisher konkretisiert, weder seien konkrete Standorte definiert noch Genehmigungen erteilt. Das sei „klassische Ankündigungspolitik“.

Kritik an den Energieplänen kommt von Südkoreas konservativer Opposition. Abgeordnete bezweifeln die Rentabilität der Investitionen und fordern eine stärkere parlamentarische Kontrolle.

Auch beim geplanten LNG-Projekt in Alaska bremst Seoul: Anders als von Trump behauptet gibt es noch keine endgültige Investitionszusage. Entscheidend seien tragfähige Geschäftsbedingungen.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Joachim Wille) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! (Bild: IAEA/​Wikimedia Commons)

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