‹ Zurück zur Übersicht

© Depositphotos.com | anatoliy_gleb |

Energy Sharing und gemeinschaftliche Energieversorgung in den Bundesländern

Ab 1. Juni dieses Jahres wird Energy Sharing in Deutschland möglich.

Mit diesem Konzept kommt für Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen zu Einspeisevergütung oder Marktprämie eine alternative Vermarktungsoption für Ökostrom hinzu. Von dieser können auch die Nachbarn und das nähere Umfeld vom günstigen, nachhaltigen Strom profitieren. In einem neuen AEE-Hintergrundpapier wird erklärt, wie das funktioniert und welche Anknüpfungspunkte es in den Bundesländern gibt.
Solarstrom vom Dach kann in der Regel nicht komplett direkt im Haushalt verbraucht werden. Deshalb liegt es nahe, den Strom mit der Nachbarschaft zu teilen. Das neue Energy Sharing Modell, das der Bundestag im November 2025 verabschiedet hat und das im Juni in Kraft tritt, erlaubt es nun selbst erzeugten Strom durch das öffentliche Netz zu Stromabnehmern in der näheren Umgebung zu leiten und zu verkaufen. So können nun auch Haushalte ohne eigene Erneuerbare-Energien-Anlage an der Energiewende teilnehmen und ihre Stromkosten senken. Damit Stromerzeugung und -verbrauch korrekt gemessen und abgerechnet werden können, müssen die Beteiligten mit Smart Meter ausgestattet werden.

„Die Vorteile von Energy Sharing liegen auf der Hand: Haushalte ohne eigene PV-Anlage können Strom beim Nachbarn günstiger beziehen. Der produzierte PV-Strom wird auch eher direkt vor Ort verbraucht, insbesondere, wenn Preisvorteile Anreize für eine zeitliche Verlagerung des Verbrauchs schaffen. Die gemeinsame Erzeugung und Nutzung von lokal erzeugtem Ökostrom stärkt die Energiewende als gemeinschaftliches Projekt“, so AEE-Geschäftsführer Dr. Robert Brandt.

Deutschlandweit haben erst 5,5 Prozent aller Haushalte einen intelligenten Stromzähler. Unter den zehn größten Netzbetreibern ist die Stromnetz Berlin mit 53 Prozent Abdeckung am weitesten. Es gibt auch Netzbetreiber, in deren Netzgebiet der Smart-Meter-Rollout bereits komplett abgeschlossen ist – den Anfang machten die Stadtwerke in Lübz in Mecklenburg-Vorpommern Ende 2024.  
Energy Sharing betrifft vor allem die klassischen Photovoltaik-Dachanlagen. 4,5 Millionen Anlagen sind auf Gebäuden installiert. Am meisten finden sich in Bayern (1.128.318), Nordrhein-Westfalen (808.923) und Baden-Württemberg (763.989) zu finden. In den Stadtstaaten sind mehr als 90 Prozent der PV-Anlagen „bauliche Anlagen“. Unter den Flächenländern führen Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen die Spitze an.

Die meisten Bundesländer haben zudem eine Solarpflicht für Neubauten und bei Dachsanierungen sowie teilweise auch beim Bau neuer öffentlicher Parkplätze eingeführt. Damit sich PV-Anlagen wirtschaftlich lohnen, braucht es für den nicht selbstverbrauchten Strom Erlösquellen. Energy Sharing eröffnet hier neue Möglichkeiten. 
In mehreren Pilotprojekten in verschiedenen Bundesländern wird oder wurde Energy Sharing bereits getestet. Eine Auswahl finden Sie im neuen Hintergrundpapier.
Weitere Informationen zur Energiewende in den Bundesländern in der Online-Datenbank der AEE: https://foederale-energiewende.unendlich-viel-energie.de/ 
Quelle
­Agentur für Erneuerbare Energien e. V. 2026
Diese Meldung teilen

‹ Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren