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02.07.2019

Erfolgreiche Wärmewende durch innovative Kältetechnologien

80% CO2-Einsparung sind möglich.

Zum ersten offiziellen Welttag der Kältetechnik belegt eine Kurzstudie des Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Vereins (DKV) das riesige Klimaschutzpotential der Kältetechnik. In Zusammenarbeit mit der TU Dresden kommt der DKV in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass mit dem Einsatz von Kältetechnik und Wärmepumpen die jährlichen Emissionen im Wärmesektor um 80% reduziert werden können. Dies entspricht einem jährlichen CO2-Äquivalent von 250 Millionen Tonnen.

Die Industrie der Kältetechnik gehört mittlerweile zu den führenden Branchen Deutschlands. Dazu zählen Unternehmen wie Viessmann, Frigoteam oder auch die GEA Group. Sie alle fordern ein zügiges politisches Umdenken sowie die Förderung eines breiten Einsatzes CO2-neutraler Technologien, wie z.B. der Wärmepumpe. „Mit über 50% der verbrauchten Endenergie ist der Wärmesektor einer der größten Verbraucher fossiler Energiequellen und damit einer der größten CO2-Emitttenten in Deutschland. Bisher wurde dem Wärmesektor nicht viel Beachtung zugesprochen. Eine Förderung z.B. zur flächendeckenden Nutzung von Wärmepumpen würde einen erheblichen Beitrag zur Emissionsminderung leisten“, so Prof. Dr.-Ing. Ullrich Hesse der TU Dresden.

Wärmepumpen sind aktuell die effizientesten Systeme zur Wärmebereitstellung. Bei elektrischen Antrieben auf Basis von erneuerbaren Energien arbeiten sie ohne CO2-Emissionen und machen so Gas- und Ölheizungen überflüssig. Durch die Nutzung von industrieller Abwärme mittels Wärmepumpen können über 300 TWh Wärme für den Gebrauch im Gebäudesektor bereitgestellt werden. Denn die in großen Mengen anfallende Abwärme kann in Gewerbe und Industrie zum Heizen wiederverwendet werden und somit fossile Energieträgern vermeiden. Selbst wenn nur ein Teil der Abwärme aus Gewerbe- und Industriebetrieben als thermischerAntrieb von Wärmepumpen verwendet wird, ist es bei sehr hoher Effizienz möglich, Betriebsgebäude und benachbarte Unternehmen mit Wärme zu versorgen unddadurch die Emissionen für Raumheizung und Warmwasser auf Null zu bringen.

„Die Fridays-for-Future-Bewegung hat die großen Klimaschutzdefizite aufgedeckt. Die jungen Menschen fordern Veränderungen und kritisieren die Politik zurecht, nicht genug zu tun und vor allem nicht schnell genug zu handeln“, sagt Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group und Wegbereiter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. „Die Wärmepumpe steht im Wärmesektor im Zentrum einer Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien. Genutzt werden kann aber auch die Abwärme aus der Kältetechnik mit vielen anderen Technologien, so z.B. Stromgewinnung mit Thermovoltaik oder ORC. Saisonale Wärmespeicher, wie Eisspeicher können auch im Winter sommerliche Abwärme für die winterliche Raumheizung verfügbar machen“ so Fell weiter.

Das moderne Leben, wie wir es kennen, wäre ohne Kältetechnik nicht möglich: Das Potenzial der Kältetechnik muss im Zusammenhang mit Klimaschutzmaßnahmen in vielen Bereichen, wie der Energiewende oder Gebäudesanierung, immer wichtiger werden. Kühlsysteme mit hoher oftmals ungenutzter Abwärme finden sich beispielsweise in der Aufrechterhaltung der Funknetze, der Gewährleistung geschlossener Kühlketten in der Lebensmittel-, Pharma- und Chemieindustrie und zur Kühlung von Internetservern. Damit ist die Kältetechnik schon jetzt essenziell für unsere Sicherheit, Gesellschaft und Wirtschaft. Die bei der Kühlung solcher Anwendungen anfallenden riesigen Wärmepotentiale müssen endlich intelligent mit unterschiedlichsten Technologien genutzt werden, um fossile Heizungen zu ersetzen.

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