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E-Auto als Stromspeicher – vielversprechende Simulation

Elektroautos als Hausspeicher können den Strombezug um bis zu 51 Prozent senken. Stromkosten sinken um bis zu 1.400 Euro, CO2-Emissionen um 370 kg/Jahr.

Elektroautos können mehr als umweltfreundliche Mobilität: Als flexible Hausspeicher in Kombination mit einer Photovoltaikanlage steigern sie die Unabhängigkeit vom Stromnetz und senken Kosten deutlich. Jedenfalls haben sie das Potenzial dazu. Das zeigt die Bachelorarbeit von Christoph Paar im Studiengang Gebäude- und Energietechnik an der Hochschule Burgenland. In simulationsgestützten Analysen für ein typisches Wohngebäude wurden verschiedene Größen von PV-Anlagen, Fahrzeugtypen sowie Lade- und Verbrauchsprofile untersucht – mit einem klaren Ergebnis: Vehicle-to-Home (V2H) hat das Potenzial, private Energiesysteme spürbar effizienter zu machen.

„Wer sein E‑Auto bidirektional laden kann, macht aus dem Parkplatz vor der Haustür einen Energiespeicher – und spart damit spürbar Kosten und CO₂“, sagt Studienautor Christoph Paar.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Strombezug aus dem Netz im Vergleich zu ungesteuertem Laden um bis zu 51 Prozent verringern lässt. Gleichzeitig steigt der Eigenverbrauch der PV-Anlage, und sowohl Einspeisung als auch Bezug werden intelligenter verteilt.“ Christoph Paar, Absolvent Bachelorstudiengang Gebäude- und Energietechnik

Hintergrund: Elektromobilität trifft Energiemanagement

Ausgangspunkt der Arbeit ist ein aktueller Trend: In Österreich waren laut BEÖ bis Dezember 2025 257.717 Elektrofahrzeuge zugelassen. Mit einer durchschnittlichen Batteriekapazität von etwa 65 kWh ergibt sich daraus eine theoretische Speicherkapazität von rund 16,75 GWh – ein beträchtlicher Puffer, der bislang meist ungenutzt bleibt. Demgegenüber steht der typische Haushaltsverbrauch: Einpersonenhaushalte benötigen im Schnitt 1.900 kWh pro Jahr, Dreipersonenhaushalte etwa 4.200 kWh. Hier setzt V2H an: Überschüsse aus der PV-Anlage werden im Auto gespeichert und bei Bedarf ins Haus zurückgespeist.

Kernergebnisse der Bachelorarbeit

Die Studie zeigt: Besonders groß ist der Nutzen, wenn die PV-Anlage klein bis mittelgroß dimensioniert ist und Erzeugung sowie Verbrauch nicht immer zeitgleich stattfinden. In diesen Szenarien sanken die jährlichen Stromkosten in Christoph Paars Simulation teils um über 1.400 Euro. Zudem konnten die CO₂-Emissionen pro Fahrzeug um bis zu 370 Kilogramm pro Jahr reduziert werden. Auch bei größeren PV-Anlagen bleibt V2H sinnvoll – der relative Zusatznutzen nimmt zwar ab, die Energieflüsse lassen sich aber weiter optimieren.

„Der größte Effekt entsteht, wenn Photovoltaikerzeugung und Haushaltslast nicht perfekt übereinanderliegen“, so Paar. „Dann schließt das Fahrzeug als mobiler Speicher die Lücke zwischen Mittagssonne und Abendverbrauch. V2H ist damit ein realistischer Baustein für mehr Autarkie und eine saubere, leistbare Energieversorgung im Eigenheim.“

Quelle

Hochschule Burgenland 2026

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