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Bigi Alt

© Bigi Alt

Kreuzfahrtschiffe verseuchen die Luft in Häfen

Forscher der University of Southampton alarmiert: Feinstaub bewirkt Entzündungen und forciert Viren.

Die Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe beeinträchtigt die Gesundheit der Menschen in Hafenstädten, weil sie Entzündungen verstärkt und die Anfälligkeit für Viren erhöht, die Grippe, Erkältungen und andere Krankheiten auslösen. Das zeigt eine Untersuchung der University of Southampton für diese britische Hafenstadt.

„Signatur“ der Luftverschmutzung

Die Luft, die das Team um Matthew Loxham analysiert hat, enthielt Feinstaubpartikel, die nicht größer als ein Tausendstel der Breite eines menschlichen Haares sind und mit Spurenelementen aus der Verbrennung von Schiffskraftstoff kontaminiert waren. „Wir haben eine eindeutige ‚Signatur‘ der Luftverschmutzung identifiziert, die von Kreuzfahrtschiffen stammt, die in Häfen Treibstoff verbrennen“, sagt der Toxikologe der University of Southampton.

Gewählt worden sind fünf Probenahmestellen rund um das Hafengebiet von Southampton, darunter ein Docktor für den Verkehr schwerer Lastkraftwagen, ein Containerschiffsterminal und ein stark frequentiertes Kreuzfahrtterminal. Auch haben die Experten Proben an einem Vergleichsort entnommen, der fünf Kilometer vom Hafen entfernt liegt, um einen Referenzwert zu erhalten.

Am Kreuzfahrtterminal haben die Wissenschaftler während der geschäftigen Sommersaison höhere Konzentrationen von Vanadium, Nickel und Kobalt im feinen und ultrafeinen Feinstaub festgestellt als in den ruhigeren Wintermonaten. „Wir beobachteten Konzentrationsanstiege, wenn der Wind aus Richtung der Kreuzfahrtschiffe wehte und wenn die Präsenz von Kreuzfahrtschiffen höher war“, ergänzt Loxhams Kollegin, die Umweltwissenschaflerin Nat Easton.

Stromerzeugung per Dieselmotor

Die Wissenschaftler führen die höheren Konzentrationen am Kreuzfahrtterminal im Vergleich zum restlichen Hafen möglicherweise darauf zurück, dass auf Kreuzfahrtschiffen sehr viel mehr Strom verbraucht wird als auf Frachtschiffen, um alle Kabinen zu klimatisieren und die umfangreiche Gäste-Infrastruktur zu versorgen. Außer in Häfen, die entsprechend ausgestattete Kreuzfahrtschiffe mit Landstrom versorgen, werde der benötigte Strom an Bord mit Dieselgeneratoren erzeugt.

Die Ergebnisse untermauerten die Forderungen, die Emissionen von Schiffen in bevölkerungsreichen Gebieten durch den Einsatz von Landstrom aus sauberen Energiequellen, sorgfältig ausgewählten alternativen Kraftstoffen oder die Verbesserung von Emissionsminderungstechnologien zu reduzieren, so die Wissenschaftler. Zu den Vorreitern beim Landstrom für Kreuzfahrtschiffe gehöre Hamburg. Zwei Terminals seien bereits entsprechend ausgerüstet. Ein drittes komme 2026 noch dazu.

Die Schifffahrt ist für fast drei Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Auch sorgt sie durch die Fahrweise zusätzlich dafür, dass großen Mengen an Methan freiwerden – ein Klimagas, das 27 Mal wirksamer ist. Laut Amanda Nylund, Meeresbiologin an der Technischen Hochschule Chalmers und am Schwedischen Meteorologischen und Hydrologischen Institut, handelt es sich um Methan, das natürlich in den Sedimenten bildet, wenn organisches Material verrottet, wie pressetext berichtete.

Quelle

Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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