Solar-Markisen: Gleichzeitig Solarstrom für den Eigenverbrauch erzeugen und Schatten spenden
Ein Essener Start-up setzt mittlerweile die ersten Projekte deutschlandweit um. Nach Angaben von Solar Markise ist das Produkt etwa 10 bis 15 Prozent teurer als herkömmlicher Sonnenschutz, doch die höhere Investition lohnt sich durch die Einsparungen beim Strombezug nach und nach.
Der Sommer meint es bislang gut mit uns. Wenn die Sonne strahlt, sehnen sich viele Menschen auch nach Schatten. Das Essener Start-up Solar Markise bietet dafür eine Lösung, die nicht nur vor der Sonne schützt, sondern gleichzeitig noch Solarstrom für den Eigenverbrauch produziert. Sein Produkt „SoarMarkise“ bietet es dabei in zwei Varianten an – und zwar in den Größen „M“ mit 1,35 Kilowatt und „L“ mit 1,8 Kilowatt Leistung.
Nach Angaben im Datenblatt unterscheiden sich die Abmaße und das Gewicht. Während die „SolarMarkise M“ eine Breite von 3,51 Metern und eine Tiefe von 3,00 Metern aufweist, ist die die Variante „L“ auf eine Breite von 4,35 Metern ausgelegt. Das Gewicht der Markisen liegt bei 77 respektive 100 Kilogramm. Beide Varianten bestehen aus rollbarem Solargewebe, das auf Aluminiumgestellen befestigt ist. Nach Angaben im Datenblatt bieten die Markisen 100 Prozent UV-Schutz und sind komplett wasserdicht. Ausgefahren halten die Markisen maximal bis Windstärke 5 stand. Als Neigungswinkel für die Montage werden 10 bis 35 Grad empfohlen.
Auch zu dem rollbaren Solargewebe liefert das Datenblatt genauere Zahlen. Je Modul bestünden demnach 450 Watt Leistung bei einem Wirkungsgrad von 15 Prozent. Genutzt werden monokristalline Solarzellen, wie Gründer und Geschäftsführer Eugen Mangazeev auf Nachfrage von pv magazine erklärt. Die Garantie beträgt zehn Jahre.
Die Markisen werden als Photovoltaik-Balkonkraftwerk angemeldet. Dies bedeutet, ihre Einspeiseleistung wird am Netz auf 800 Watt begrenzt. Ziel ist es jedoch vor allem, den Strom im eigenen Haushalt oder bei Markisen auch gut möglich eigenem Gewerbe zu verbrauchen.
Das Essener Unternehmen liefert die notwendigen Wechselrichter auch gleich mit. Für die Markise in Größe „M“ ist das der Mikro-Wechselrichter „NEO 1600M-X2“ von Growatt und bei Paket „L“ die „Solarbank 2 E1600 Pro“ von Anker Solix. Bei letzteren handelt es sich um einen All-in-one-Mikrowechselrichter mit Speicher. Der Lithium-Eisenphosphat-Speicher hat dabei eine Kapazität von 1,6 Kilowattstunden, die auf bis zu 9,6 Kilowattstunden erweiterbar sind. Die Garantie der Geräte liegt bei zwölf beziehungsweise 10 Jahren.
Die Preise für die Solar-Markise liegen bei 4499 Euro für die „Solarmarkise M“ und 5.499 Euro für die „Solarmarkise L“. Dies sei 10 bis 15 Prozent teurer als qualitativ hochwertige Markisen ohne Photovoltaik-Gewinnung, wie Mangazeev erklärt. Wegen der Stromkosteneinsparungen bekomme der Kunde jedoch nach und nach sein Geld zurück. „Das macht uns langfristig betrachtet sogar zu dem günstigeren Produkt“, so Mangazeev weiter.
Solar Markise gibt im Datenblatt an, dass die Montagezeit bei zwei bis vier Stunden liegt. Erste Pilot-Installationen hat das Start-up im Frühjahr bereits umgesetzt, darunter für ein Cafe in Köln. Seit April sind dort zwei „SolarMarkisen“ in Betrieb. Sie beschatten die Außenplätze und liefern Solarstrom, der unmittelbar vom Cafe verbraucht wird. Weitere Installationen in Essen und Düsseldorf seien zudem bereits in der Vorbereitung.
Nach eigenen Angaben ist Solar Markise europaweit das einzige Unternehmen, das Sonnenschutz und Solartechnologie systematisch miteinander kombiniert, produziert und installiert. Die Produkte würden in einer Werkstatt in Essen montiert, getestet und für die Installation vorbereitet. Das Markisenvolant werde in Iserlohn gefertigt. Die Photovoltaik-Komponenten kommen dabei von spezialisierten Partnern aus Hongkong, wie es weiter hieß.
Aktuell werden die Markisen des erst 2025 gegründeten Unternehmens vor allem im B2B-Bereich vertrieben. So setzt das Start-up besonders auf Gastronomen, aber auch andere Multiplikatoren wie Markisenfachhändler, Solarteure und Architekten. Mittelfristig will Solar Markise sein Geschäft auf den gesamten DACH-Raum, also neben Deutschland auch Österreich und Schweiz ausbauen. Langfristig sei geplant, weitere solarbasierte Beschattungslösungen wie Solar-Rollläden, Solar-Swingarm-Markisen und Solar-Sonnenschirme zu entwickeln, so das Unternehmen.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „pv-magazine“ (Sandra Enkhardt) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von Sandra Enkhardt weiterverbreitet werden! | „pv magazine“ 02/2026 | Online bestellen!







