Milliardenschäden durch Schleppnetzfischerei
Zerstörungen übertreffen Gewinne laut Untersuchung der National Geographic Society bei Weitem.
Die Grundschleppnetzfischerei in europäischen Gewässern kostet die Gesellschaft pro Jahr bis zu 16 Mrd. Euro. Das sagt Enric Sala von der National Geographic Society. Dagegen stehe ein Gewinn der europäischen Fischereiindustrie in Höhe von 180 Mio. Euro. Den Wert des Fangs für die Gesellschaft beziffert der Experte allerdings nicht.
Vor allem Umweltkosten
Anhand der Daten von mehr als 4.900 Grundschleppnetzeinsätzen unter europäischer Flagge in den Gewässern der EU, des Vereinigten Königreichs, Norwegens und Islands, die pro Jahr mehr als 5,5 Mio. Stunden pro Jahr dauern, hat der Fachmann nachgewiesen, dass vor allem die Umweltkosten durch die CO2-Emissionen aus aufgewühlten Meeresbodensedimenten zu Buche schlagen, so die National Geographic Society.
„Die Grundschleppnetzfischerei in europäischen Gewässern ist nicht nur eine Umweltkatastrophe, sondern auch ein wirtschaftlicher Misserfolg. Die Grundschleppnetzflotte dezimiert das Meeresleben in den Meeresschutzgebieten Europas, vom Nordatlantik bis zum Mittelmeer. Die Grundschleppnetzfischerei in europäischen Gewässern müsste deshalb generell reduziert werden, um gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen. Doch vorrangig wäre ein Verbot in Schutzgebieten“, sagt Sala.
Bis zu 75 Prozent Beifang
Die Studie erscheint zu einer Zeit, in der sich der Druck auf Regierungs- und Branchenvertreter in Europa erhöht, die Grundschleppnetzfischerei zu verbieten, vor allem in Meeresschutzgebieten, die zum Schutz der marinen Ökosysteme eingerichtet wurden. Diese industrielle Fischereipraxis, bei der schwere Netze – manche so groß wie zwölf Boeing 747 – geschleppt werden, zerfurcht den Meeresboden und fängt auch große Mengen an nicht verwertbaren Meeresbewohnern ein, den Beifang.
Bis zu 75 Prozent der Meereslebewesen, die in Grundschleppnetzen gefangen werden, sind Beifang und werden oft tot wieder ins Meer zurückgeworfen – ein Wert von 220 Mio. Euro pro Jahr. Zu den zurückgeworfenen Tieren gehören Jungfische, minderwertige Fische sowie Schwämme, Seescheiden, Seesterne, Korallen und Seefedern. Vor diesem Hintergrund sollen bei größeren Tieren wie Schweinswalen immer öfter auch „Pinger“ zum Einsatz kommen, wie pressetext berichtete.
Der größte Einzelposten bei den Kosten der Schleppnetzfischerei in europäischen Gewässern sind die sozialen Kosten der CO2-Emissionen – eine Schätzung des künftigen wirtschaftlichen Schadens, der durch den CO2-bedingten Klimawandel verursacht wird, darunter der Anstieg des Meeresspiegels sowie sinkende Arbeitsproduktivität und Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit. Für die Fischerei negativ ist die Zerstörung des Meeresbodens, die das Nachwachsen reduziert.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden!







