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© pixabay.com | jackmac34 | Algen

Mit Ocean-Farming unseren Planeten abkühlen

CO₂-Entnahme als dritte Säule des Klimaschutzes

Ocean-Farming mit Großalgen kann einen zentralen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise und zur Abkühlung der Atmosphäre leisten – das zeigt ein neues Policy-Paper, das eine naturbasierte Lösung mit großem Potenzial vorstellt. Erstmals wird ein konkretes globales Ziel für die aktive CO₂-Entnahme vorgeschlagen: 450 Gigatonnen in 40 Jahren, um die CO₂-Konzentration wieder unter die planetaren Grenzen zu senken. Großalgen wachsen extrem schnell, binden CO₂ sehr wirksam, stärken marine Ökosysteme und liefern nachhaltige Rohstoffe.

Entwicklung der weltweiten CO₂-Konzentration, die heute mit 425 ppm weit über der sicheren
planetaren Grenze von 350 ppm liegt.

Zu den Kernaussagen des Policy Paper: Die Erde ist bereits überhitzt und wird voraussichtlich in den 2030er-Jahren das 2-Grad-Limit überschreiten und weitere Kipppunkte auslösen. Selbst bei sofortiger Klimaneutralität bliebe zu viel CO₂ in der Atmosphäre, um die Erderwärmung zu stoppen. Für ein stabiles Klimagleichgewicht muss die CO₂-Konzentration von heute 425 ppm unter 350 ppm sinken.  Dieser schon 1990 erreichte Wert führte zu einer globalen Erwärmung von 1,0°C, aber liegt noch innerhalb der planetaren Grenzen mit nur begrenzten Schäden.

Um diese 350 ppm wieder zu erreichen, ist eine Entnahme von mindestens 450 Gigatonnen Kohlenstoff (1.700 Gt CO₂) zur Abkühlung erforderlich. Dies soll als gemeinsames Ziel der Staatengemeinschaft gesetzt werden, so wie im Pariser Vertrag die Einhaltung von 1,5°C vereinbart wurde. CO2-Entnahme in diesem Sinne zielt weder auf Null-Emissionen oder “negative Emissionen”, sondern auf die Entnahme bereits emittierter Klimagase.

Bisherige Verfahren reichen nicht aus, um eine Entnahme in dieser Größenordnung zuverlässig zu erreichen. Ocean-Farming mit frei treibenden Großalgen eröffnet als naturbasierte Lösung in den ungenutzten subtropischen Wirbeln neue Perspektiven und marine Lebensräume – technisch, wirtschaftlich und ökologisch. Die erzeugte Biomasse kann fossile Rohstoffe in Industrie, Energie und Ernährung ersetzen. Damit entsteht eine nachhaltige Meereswirtschaft – mit Chancen gerade für Länder des Globalen Südens.

Quelle

Energy Watch Group 2025

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