Renaturierung ist nicht automatisch erfolgreich
Die 2024 von der EU beschlossene Wiederherstellungsverordnung mit dem Ziel der Renaturierung von Fließgewässern gelingt nicht automatisch. Zu dem Schluss kommt eine Metaanalyse des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).
281 Fließgewässer im Blick
Das von UFZ koordinierte internationale Team hat 66 Studien ausgewertet und analysiert, wie die Ökosystemfunktionen auf Renaturierungen reagieren und ob sie sich zusammen mit der Biodiversität erholen. Dafür haben die Experten Daten von 281 Fließgewässern und Abschnitten in Europa, Nordamerika, Asien und Ozeanien genutzt.
„Hydromorphologische Renaturierung kann biologische Strukturen verbessern, aber die Ökosystemfunktionen erholen sich nicht automatisch mit. Aus einer verbesserten Gewässerstruktur oder biologischen Erholung lässt sich nicht zwangsläufig auf eine Erholung der Ökosystemfunktionen schließen“, sagt Ulrike Haase, Erstautorin der TU Dresden.
Unterschiedliche Reaktionen
Ökosystemfunktionen reagieren sehr unterschiedlich auf die EU-Renaturierungsmaßnahmen. Von den neun untersuchten Funktionen war nur die Denitrifikation in renaturierten Gewässerabschnitten signifikant geringer als in degradierten, betonen die Wissenschaftler das weitere Studienergebnis.
„Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sich die Funktion verschlechtert hat: Niedrigere Denitrifikationsraten können beispielsweise auch darauf hinweisen, dass weniger überschüssiger Stickstoff im Gewässer vorhanden ist“, sagt UFZ-Fließgewässerökologe und Co-Autor Mario Brauns.
Für die übrigen Funktionen ließen sich keine eindeutigen Unterschiede gegenüber degradierten Gewässern nachweisen. Brauns: „Das zeigt, dass die bislang üblichen Renaturierungsmaßnahmen allein meist nicht ausreichen, um eine messbare Erholung aller Ökosystemfunktionen sicherzustellen.“
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Florian Fügemann) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) 2026







