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pixelio.de | StephanieHofschlaeger

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Norwegen setzt nicht nur auf Elektroautos, sondern auch auf Batterieerzeugung

Norwegen will das weltweit erste „vollelektrische“ Land werden, die Energie dafür soll aus erneuerbaren Energien kommen.

Es wurde klar erkannt, dass Umweltschutz sowie daraus resultierende niedrigere C02-Emissionen gleichzeitig neue Arbeitsplätze schaffen. Bereits jetzt ist Strom der wichtigste Energieträger mit rund 50% des Gesamtverbrauches. Die Grundlage dafür sind relativ niedrige Strompreise. Möglich wird dieser durch viele Wasserkraftwerke.

Norwegen gilt auch als „Elektroauto-Mekka“ und hat derzeit bereits 9,3% Elektroautos. Diese sind steuerlich begünstigt und haben weitere Vergünstigungen, wie z.B. Mautfreiheit. 2020 ist die Marktentwicklung weiterhin steigend, neueste Prognosen werden auf 48% Anteil geschätzt.

© FREYR – So soll die Fabrik aussehen

Nun will man mehr Batterien in Norwegen produzieren: Das norwegische Unternehmen FREYR baut derzeit eine Fabrik zur Herstellung von Lithium-Ionen-Zellen in Mo i Rana im Norden Norwegens. Vor kurzem wurde eine erste Vereinbarung über die Lieferung sicherer, kostengünstiger und umweltfreundlicher Batteriezellen mit Siemens unterzeichnet, um den Einsatz erneuerbarer Energielösungen zu beschleunigen. Die Lithium-Ionen-Batteriezellen (LiB) für Siemens sollen für Schiffs- und Energiespeichersystemanwendungen (ESS) eingesetzt werden. Die Fabrik soll rein mit 100% erneuerbarer Energie betrieben werden.

Siemens Energy AS will einen erheblichen Teil des Volumens einer geplanten Produktionslinie für beschleunigte Batteriezellen kaufen, die Inbetriebnahme der Produktion ist bis Ende 2021 / Anfang 2022 geplant. Darüber hinaus beabsichtigen Siemens Energy AS und FREYR, weltweit führende Speicher-Lösungen zu entwickeln, die auf den Batteriezellen von FREYR basieren.

„Batterien spielen eine wesentliche Rolle bei der Beschleunigung des dringend benötigten Übergangs zu einem nachhaltigen Energiesystem auf Basis erneuerbarer Quellen und beim Ausgleich der Versorgung mit sauberer Energie “, sagt Tom Einar Jensen, CEO von FREYR.

„Wir freuen uns auch über die Zusammenarbeit mit FREYR, um einen rascheren Einsatz erneuerbarer Energielösungen zu ermöglichen, und freuen uns gleichzeitig darauf, die Grenzen wettbewerbsintensiver Energiespeichersysteme für Schiffs-, Offshore- und Energiespeicheranwendungen zu erweitern “, sagt Bjorn Einar Brath, CEO von Siemens Energy WIE.

Die Vereinbarung basiert auf Zusammenarbeit bei der Entwicklung optimierter Zell-, Modul- und Systemdesigns für die Massenproduktion von Batteriezellen mit höherer Energiedichte, verbesserter Sicherheit und deutlich geringeren Kosten als dies mit herkömmlicher Batteriezellentechnologie derzeit möglich ist. FREYR verpflichtet sich, Batteriezellen zu wettbewerbsfähigeren Preisen zu liefern, als dies derzeit bei herkömmlichen Anbietern von Batteriezellentechnologie der Fall ist.

Bereits im Juli hat FREYR mit starker lokaler und regionaler Unterstützung erfolgreich 130 Mio. NOK an Eigenkapital für die erste Lithium-Ionen-Batteriezelle (LIB) in Norwegen aufgebracht. FREYR hat zunächst den Ehrgeiz bekundet, eine kombinierte 2 + 32 GWh Batteriezellenkapazität zu bauen, einschließlich einer sogenannten „Giga-Fabrik“, einer der größten Batterienfabriken in Europa, in Mo i Rana. Dieses kombinierte Unternehmen wird eines der größten in Europa sein und Lithium-Ionen-Batteriezellen (LIBs) durch einen partnerschaftlichen Ansatz produzieren, der auf der besten verfügbaren Technologie zu einem bestimmten Zeitpunkt basiert. FREYR engagiert sich auch intensiv für die Entwicklung eines Ökosystems wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und finanzieller Akteure, um neue Märkte zu erschließen und die wachsende weltweite Nachfrage nach Batteriezellen – hergestellt in Norwegen und der nordischen Region – auf profitable, verantwortungsvolle und nachhaltige Weise zu abzudecken.

FREYR setzt auf eine nachhaltige Wertschöpfungskette, die beginnend vom Rohstoff über das fertige Produkt bis zum Recycling reicht. Die Versorgung mit erneuerbarer Energie wird großteils über einen 600 MW-Windparkt erfolgen.

Zwei weitere Batteriezellfabriken, und zwar von Siemens und von Corvus Energy, haben bereits die Produktion gestartet. Beide sind jedoch hauptsächlich auf rein uf marine Anwendungen focussiert.

Für eine Forcierung der Zusammenarbeit im Bereich Batterien in Norwegen sorgt Battery Norway, eine Plattform für industrielle Kooperation, die Forschung unterstützt und Innovationen vorantreibt, mit einem großen Schwerpunkt auf besonders nachhaltiges Wachstum. Battery Norway berät auch die Behörden und die Politik zum Thema Batterie.

Quelle

oekonews.at / holler 2020

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