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© pixabay.com | geralt | Wir haben keine Zeit mehr, in Industrieländern wie Deutschland weiter CO2 zu erzeugen, das wir durch günstigere CO2-Einsparungen in Schwellenund Entwicklungsländern „kompensieren“. Reduktionen müssen überall stattfinden.

Wie Unternehmen und Produkte glaubwürdig klimaneutral werden

LichtBlick veröffentlicht Whitepaper Klimaneutralität und fordert von der UN-Klimakonferenz strenge Regeln für CO₂-Ausgleich.

In dem soeben veröffentlichten Whitepaper Klimaneutralität legt LichtBlick dar, wie Unternehmen und Produkte in Zukunft glaubwürdig klimaneutral werden können.

„Jede Tonne CO₂ zählt. Darum muss die Vermeidung und Verringerung von Klimagasen für alle Unternehmen und Lieferketten im Zentrum stehen. Die Kompensation von CO₂ durch Klimaschutzprojekte ist nur sinnvoll, wenn Emissionen noch nicht vermeidbar sind“, erläutert Dr. Corine Veithen, Klimaschutzexpertin von LichtBlick.

Auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow sollen nach jahrelangen Verhandlungen neue Spielregeln für den weltweiten Kohlenstoffmarkt beschlossen werden. Dabei geht es um den Handel mit CO₂-Zertifikaten zwischen Staaten sowie zwischen Unternehmen und Staaten.

Der Ausgleich von Unternehmens-Emissionen durch Klimaschutzprojekte in einem anderen Land – wie zum Beispiel Baumpflanzungen oder Technologieförderung – ist in die Kritik geraten. Umweltschützer sprechen von Greenwashing, weil die Kompensation vom eigentlichen Ziel der konsequenten CO₂-Vermeidung ablenke.

Ein Grund für die Kritik: Es fehlen wirksame politische Vorgaben für den CO₂-Handel. LichtBlick fordert deshalb, dass in Glasgow strenge Spielregeln vereinbart werden. So müssen Unternehmen verpflichtet werden, ihre tatsächlichen Treibhausgas-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette („UN-Scope 1-3“) jährlich zu veröffentlichen. Dabei dürfen Kompensations-Projekte nicht CO₂-mindernd einberechnet, sondern gesondert ausgewiesen werden.

Zudem müssen wirkungsvolle Mechanismen („Corresponding Adjustments“) eine doppelte Anrechnung von CO₂-Einsparungen vermeiden. Und Kompensationszertifikate sollten nur für Projekte ausgestellt werden, die nachweislich und langfristig CO₂ verringern oder binden. „Ein Beispiel ist die Finanzierung von Waldschutz und Wiederaufforstung durch Unternehmen. Das ist für das Klima absolut sinnvoll. Diese Maßnahmen sollten aber nicht zur CO₂-Kompensation herangezogen werden, da Wälder wieder zerstört werden können“, erläutert Veithen.

Nur ein streng regulierter Kohlenstoffmarkt kann den Klimaschutz glaubwürdig voranbringen. „Zweifelhafte Kompensationsprojekte schaden dem Klima und damit auch der Glaubwürdigkeit von Unternehmen“, so Corine Veithen.

Quelle

Lichtblick 2021

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