Billig-Recycling löst Engpass bei seltenen Erden
Verfahren von Forschern der Universität Jyväskylä schafft Rückgewinnungsquote von 96 Prozent.
Mit 3D-gedruckten Filtern aus Kunststoff und einem Harz gewinnen Forscher der Universität Jyväskylä die Inhaltsstoffe von ausgedienten Permanentmagneten sortenrein zurück. Es kam ihnen vor allem auf die wertvollsten Bestandteile an, die weltweit aus politischen Gründen und sprunghaft steigendem Bedarf knapp werden, auf Seltenerdmetalle. Diese sind unabdingbar vor allem für die Herstellung von Generatoren für Windenergieanlagen, E-Motoren für die E-Mobilität und zahlreiche andere moderne Hightech-Produkte.
Magnetschrott „weichgekocht“
Das Team um Jani Moilanen und Ari Väisänen weichte die ausgedienten Neodym-Eisen-Bor-Magnete – die stärksten, die heute hergestellt werden können – 20 Stunden bei einer Temperatur von 60 Grad Celsius in verdünnter organischer Methansulfonsäure ein. Diese sehen die beiden Chemiker als umweltfreundlichere Alternative zu anorganischen Säuren, die sich ebenfalls zum Aufschluss von Magnetschrott nutzen lassen.
Im ersten Trennschritt wird die Eisenfraktion zurückgewonnen. Mit der Technik namens Festphasenextraktion werden die übrigen Fraktionen sortenrein zurückgewonnen: Seltenerdmetalle, vor allem Neodym, Brom und die in Spuren vorhandenen Elemente Kupfer, Kobalt und Aluminium. Die Filter können immer wieder verwendet werden, betonen die Wissenschaftler der Universität Jyväskylä.
Recycling-Quote derzeit mager
Aktuell wird nur ein einziges Prozent des in der EU anfallenden Schrotts recycelt, der Seltenerdmetalle enthält. Die niedrige Quote ist auf die Unwirtschaftlichkeit derzeitiger Recycling-Methoden zurückzuführen. Auch wenn China als der mit Abstand führende Produzent von frischen Seltenerdmetallen das Angebot verknappt, ist dieses Material immer noch billiger als das, was sich durch Recycling zurückgewinnen lässt.
Die neue Methode könnte die Kosten so stark senken, dass wiedergewonnene Seltenerdmetalle konkurrenzfähig werden, heißt es. Mit dem neuen Verfahren lassen sich 96 Prozent der wertvollen Rohstoffe zurückgewinnen. Besonders attraktiv ist dabei, dass die Reinheit bei 99 Prozent liegt, also eine direkte Nutzung zur Herstellung neuer Magnete und anderer Produkte möglich ist. Die Forscher stellten ihr Verfahren im „Journal of Materials Chemistry A“ vor.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden!







