Biosprit künftig in nur einem Schritt herstellbar
Neue Katalysatoren des Korea Research Institute of Chemical Technology senken Kosten dramatisch.
In nur einem Schritt und dazu noch mit weit weniger Energie als bisher stellt ein Team vom Korea Research Institute of Chemical Technology (KRICT) in Zusammenarbeit mit GS Engineering & Construction und Hanwha TotalEnergies flüssige Kohlenwasserstoffe aus CO2 und Wasserstoff her. Das reduziert massiv die Kosten für klimaneutrale Treib- und Chemierohstoffe wie Benzin, Kerosin und Naphta.
Völlig neue Ausgangslage
Nach bisherigem Stand der Technik wird CO2 in Kohlenmonoxid (CO) umgewandelt, was aufgrund der chemischen Stabilität von CO2 daher Temperaturen von über 800 Grad Celsius erfordert. Anschließend wandelt die Fischer-Tropsch-Synthese CO und Wasserstoff bei niedrigeren Temperaturen, aber hohem Druck in flüssige Kohlenwasserstoffe um. Dies gelingt mit einem neuartigen Katalysatorsystem, das aus zwei Komponenten besteht.
KFeZnOx (Kalium, Eisen, Zink, Sauerstoff) und ein zeolithbasiertes Material mit dem Kürzel Zn/HZSM‑5 kommen zum Einsatz. Diese sorgen zum einen dafür, dass CO2 eines seiner beiden Sauerstoffatome verliert. Zum anderen vereinigt sich das entstehende CO mit dem Wasserstoff. Die Reaktionen verlaufen unter relativ milden Bedingungen von 270 bis 330 Grad und einem Druck von zehn bis 30 bar. Je nach Wahl dieser Parameter entstehen so unterschiedliche Kohlenwasserstoffe.
5.000-fache Vergrößerung
Da geopolitische Störungen wie die Sperrung der Straße von Hormus die Lieferketten für Erdöl und Naphtha bedrohen, gewinnen Technologien, die industrielle CO2-Emissionen aus Kraftwerken, Fabriken und aus der Luft in wertvolle Ressourcen umwandeln, strategisch an Bedeutung. Die Technologie des KRICT bietet das Potenzial, erdölbasierte Rohstoffe, die für die Herstellung von Kraft- und petrochemischen Rohstoffen verwendet werden, durch Alternativen auf CO2-Basis zu ersetzen.
In einer Pilotanlage für die sogenannte Direkthydrierung von CO2 produziert das Team um den Chemieingenieur Jeong-Rang Kim täglich 50 Kilogramm Kohlenwasserstoffe. Jetzt ist eine kommerzielle Anlage geplant, die pro Jahr 100.000 Tonnen herstellt, mehr als 5.000 Mal so viel.
Quelle
Der Bericht wurde von der Redaktion „pressetext.com“ (Wolfgang Kempkens) 2026 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden!








