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22.03.2019

Das bringt die Energiezukunft mit Wasserstoff: 5 Thesen

Grüner Strom und grüner Wasserstoff sind die Basis der fossilfreien Zukunft: Die Österreichische Energieagentur formuliert 5 Thesen zur Energiezukunft mit Wasserstoff.

„Ob in der Industrie, in der Mobilität oder als Speicher – der Energieträger Wasserstoff ist ein wesentlichen Faktor für das Gelingen der Transformation hin zu einem fossilfreien Energiesystem“, betont Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, und unterstreicht damit die Bedeutung der Wasserstoffstrategie, die derzeit im Rahmen der #mission2030 – der österreichischen Klima- und Energiestrategie – entwickelt wird. Die Österreichische Energieagentur hat dementsprechend 5 Thesen zur Energiezukunft mit grünem Wasserstoff – kurz gH2 – formuliert.

„Grüner Strom und grüner Wasserstoff sind die Basis der fossilfreien Zukunft“, nennt Traupmann die erste These. Im Zuge der erwarteten Elektrifizierung wird immer häufiger Strom zum Einsatz kommen, dieser wird aus erneuerbaren Quellen hergestellt. Daher braucht es bis 2030 nicht nur den Ausbau der Erneuerbaren in der Größenordnung von 25–30 TWh, die starke Nutzung der Erneuerbaren führt auch zu einer Herausforderung mit Fluktuation, da etwa die Sonne nicht immer scheint und Windräder bei einer Flaute stillstehen. Somit ist mehr Flexibilität im Stromsystem notwendig, der Einsatz von Speichern wird an Bedeutung zunehmen. „Eine bedeutende Problemstellung ist das Verschieben der im Sommer vorhandenen großen Mengen an Strom in den Winter. Bei dieser langfristigen, saisonalen Speicherung kann Wasserstoff zum Einsatz kommen“, gibt Traupmann einen Ausblick.

Selbst wenn die Potenziale der Erneuerbaren deutlich ausgebaut werden und die Energieeffizienz gesteigert wird, werden in Österreich im Jahr 2050 voraussichtlich auch Importe von Erneuerbaren notwendig sein. Dafür, und auch um die dezentrale, fluktuierende und saisonale Erzeugung bei Erneuerbaren managen zu können, wird es einen massiven Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur für grünen Strom und grünes Gas (inklusive gH2) benötigen (These 2).

„Für die Industrie ist grüner Wasserstoff neben Prozessinnovationen der wesentliche Enabler der Dekarbonisierung“, geht Traupmann auf einen weiteren Schlüsselsektor und damit auf die dritte These ein. Denn neben der stofflichen Nutzung gibt es zum Beispiel im Bereich der Hochtemperatur keine Alternativen.

Auch in der Mobilität – der Transportsektor macht immerhin über ein Drittel (34,8 %) des heimischen energetischen Endverbrauches aus – wird Wasserstoff punkten. Denn auch wenn batteriebetriebene E-Fahrzeuge einen besseren Wirkungsgrad aufweisen, hat Wasserstoff beim Schwerverkehr über weite Distanzen Vorteile. „Häufig sind strombasierte Technologien am effizientesten, es ist also nicht von einer Transformation hin zu einer reinen Wasserstoffwirtschaft auszugehen“, führt Traupmann hin zu These 4 („Direkte vielseitige Einsatzmöglichkeiten von Strom limitieren den Markt von gH2“).

Schließlich gibt es noch hohe Potenziale für Kostensenkungen bei der Wasserstofftechnologie. Dank intensiver Forschung und Entwicklung ist davon auszugehen, dass der Wirkungsgrad erhöht wird, auch die breite Markteinführung und deren „Economies of Scale“ werden eine Rolle spielen. Daher geht die Österreichische Energieagentur in ihrer fünften These davon aus, dass gH2 ab 2030 wirtschaftlich sein wird.

5 Thesen zur Energiezukunft mit grünem Wasserstoff

  1. gStrom und gH2 sind die Basis der fossilfreien Energiezukunft.
  2. Es braucht einen massiven Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur (gStrom und gGas).
  3. Für die Industrie ist gH2 neben Prozessinnovationen „der“ Enabler der Dekarbonisierung.
  4. Direkte vielseitige Einsatzmöglichkeiten von Strom limitieren den Markt von gH2.
  5. Ab 2030 wird gH2 wirtschaftlich.

gStrom = grüner Strom (Strom aus erneuerbaren Energiequellen)
gH2 = grüner Wasserstoff
gGas = grünes Gas (z. B. gH2, Biogas, Biomethan etc.)

Eine detailliertere Präsentation der Thesen, die bei den Energiegesprächen am 19.3.2019 vorgestellt wurden, ist auf der Webseite der Österreichischen Energieagentur zu finden. 

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