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28.02.2015

„Der Eigenverbrauch wird bei Solaranlagen immer wichtiger“

Die Förderung durch das EEG sinkt weiter. Trotzdem lohnt es sich auch 2015, in eine Solaranlage auf dem eigenen Hausdach zu investieren, meint Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus. Das Zauberwort heißt „Eigenverbrauch“.

Herr Neuhaus, wie bewerten Sie den Entwicklungsstand der Erneuerbaren Energien und speziell der Solarindustrie in Deutschland?

Detlef Neuhaus: „Der Ausbau der regenerativen Energiequellen in Deutschland geht schnell voran. Noch nie zuvor wurde so viel Elektrizität aus Erneuerbaren Energien verbraucht, noch nie war der Anteil der Erneuerbaren Energien am Erzeugungsmix so groß: 2014 waren Sonne, Wasser, Wind und Biomasse erstmals die wichtigsten Lieferanten für Strom in Deutschland. Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung ist gegenüber dem Vorjahr von 25,4 auf 27,3 Prozent gestiegen und hat die Braunkohle als wichtigste Energiequelle abgelöst. Auch in der deutschen Bevölkerung genießen wir eine hohe Zustimmung. Laut einer Umfrage von TNS Emnid bezeichnen 92 Prozent der Deutschen den verstärkten Ausbau von Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Solarstrom als wichtig. Photovoltaik ist in der Bevölkerung besonders beliebt. Leider blieb der Neubau von PV-Anlagen 2014 deutlich hinter den Erwartungen zurück.“

 

Während der Phase der Gesetzesfindung im vergangenen Jahr wurde in Deutschland viel über die Neuregelung des Erneuerbaren Energien Gesetzes diskutiert. Dazu tauchten immer wieder widersprüchliche Informationen in der Presse auf. Ist es möglich, dass potentielle PV-Kunden dadurch verunsichert wurden?

Detlef Neuhaus: „Das ist durchaus denkbar. In Kundengesprächen kommt uns immer wieder zu Ohren, dass die Diskussionen zur EEG-Umlage auf Eigenverbrauch die Menschen merklich irritiert haben. Dabei bleibt für Kleinerzeuger auch nach Verabschiedung des neuen EEGs alles beim Alten. Solaranlagen mit einer Leistung von maximal 10 kWp und bis zu 10 Megawattstunden Eigenverbrauch pro Jahr sind von der Zahlung einer EEG-Umlage ausgenommen. Bei größeren Neuanlagen wird seit dem 1. August 2014 erstmalig die Zahlung einer EEG-Umlage fällig – momentan 30 Prozent, also knapp 1,9 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings lohnen sich Solaranlagen selbst dann, wenn ein Teil der EEG-Umlage gezahlt werden muss. Betreiber von PV-Anlagen bezahlen mit Umlage noch deutlich weniger für ihren selbst erzeugten Strom, als die großen Stromlieferanten für ihren Netzstrom verlangen.“

 

Eine PV-Anlage ist also nach wie vor eine lohnenswerte Anschaffung für die Verbraucher?

Detlef Neuhaus: „Auf jeden Fall. Dabei wird der Eigenverbrauch immer wichtiger, die Einspeisevergütung als Renditebringer verliert immer mehr an Bedeutung. Denn wer PV-Strom ins Netz einspeist, erhält heute gerade noch knapp 13 Cent pro Kilowattstunde; und der Zuschuss wird in den kommenden Jahren weiter sinken. Mittlerweile geht es darum, den erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen. Denn sogar im vergleichsweise sonnenarmen Deutschland lohnt sich das. Die Kilowattstunde kostet so aktuell nur noch zwischen 11 und 14 Cent, abhängig von der Region und den baulichen Gegebenheiten des Hauses. Der Stromversorger verlangt für eine Kilowattstunde locker das Doppelte. Die Kosten für eine Solaranlage mit einer Leistung von 5 kWp, eine typische Größe für Einfamilienhäuser, liegen inzwischen deutlich unter 10.000 Euro. Einmal angeschafft, liefert die Anlage quasi kostenlos Strom - und das für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Um den selbst erzeugten Strom noch effektiver nutzen zu können, ist es darüber hinaus sinnvoll, die Anlage mit einem zusätzlichen Speicher auszustatten. Die Systeme werden immer günstiger und helfen dabei, die Eigenverbrauchsquote deutlich zu erhöhen.“

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Quelle   Detlef Neuhaus von Solarwatt 2015 | BrunoMedia GmbH 2015

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