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26.09.2018

Der Windbranche schaudert vor 2019

Mit rechter Verzweiflung schaut die Windenergie-Branche auf das kommende Jahr. Bei geradezu lächerlichen 1.500 bis 2.000 Megawatt soll sich der Windausbau an Land bewegen. Norddeutsche Länder warnen erneut vor einem "Fadenriss". Die Bundesregierung zeigt sich unbeeindruckt.

Mitte August warnte Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) – zusammen mit seinen Ressortkollegen aus fünf Kohle-Ländern – davor, vorzeitig aus der Kohle auszusteigen. Als Fan des fossilen Stoffs outet sich Lies in seinem Statement allerdings nicht, vielmehr plädiert der Niedersachse für eine "schnelle Verstärkung des Ausbaus der Windenergie".

Man darf berechtigterweise vermuten, dass Olaf Lies den heute auf der Messe Wind Energy Hamburg vorgestellten "Aufruf Windenergie" mit deutlich mehr Begeisterung unterstützt als das Kohleschreiben. Dem Vernehmen nach geht der "Aufruf" sogar auf seine Initiative hin zurück. Unterschrieben haben nicht nur die Energieminister von Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, sondern auch die norddeutschen Wirtschaftsminister, mehrere Branchenverbände sowie die IG Metall Küste.

Die Zahlen sprechen auch eine zu deutliche Sprache. Der Ausbau der Windkraft an Land wird von 5.300 Megawatt im vergangenen Jahr auf schätzungsweise 3.000 bis 3.500 Megawatt in diesem und nur noch 1.500 bis 2.000 Megawatt im kommenden Jahr einbrechen – insgesamt ein Rückgang um rund zwei Drittel. Die Zahlen stammen nicht aus dem Aufruf, sondern aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag, die Klimareporter° vorliegt.

Und der Einbruch könnte, wie selbst die Bundesregierung zugibt, noch größer werden: Von den 2.800 Megawatt Windkraft an Land, die die Ausschreibungen für 2019 gewannen, sind etwa 90 Prozent an vorgebliche Bürgerenergieprojekte gegangen. Diese Anlagen werden "vermutlich erst in den Jahren 2020/​2021" in Betrieb gehen, schreibt die Regierung.

Hier können Sie den Bericht weiterlesen

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Jörg Staude) 2018 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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